Masematte-Buch
Genügend Gründe, warum Münster so kurant ist

Münster -

Es gibt unzählige Gründe, warum Münster „hamel jovel“ ist. Masemattefreier Wolfgang Schemann hat 50 von ihnen zusammengefasst. Darunter sind Preußen und der Prinzipalmarkt.

Freitag, 08.11.2019, 21:00 Uhr
Münster ist „hamel jovel“ finden (v.r.) Buchautor Wolfgang Schemann, Johannes Bauer (Fillialleiter von Poertgen-Herder) und Silke Haunfelder (Aschendorff-Verlag).
Münster ist „hamel jovel“ finden (v.r.) Buchautor Wolfgang Schemann, Johannes Bauer (Fillialleiter von Poertgen-Herder) und Silke Haunfelder (Aschendorff-Verlag). Foto: Matthias Ahlke

Im Vergleich zu den anderen Weltsprachen, sagt Buchautor Wolfgang Schemann, ist der Literaturbestand in Masematte äußerst bescheiden. Na sowas, dabei liegt der Ursprung von Münsters Geheimsprache bei den durchaus leichten Vögeln wie Räubern und Dieben. Und davon müsste es eigentlich genug geben. . .

Schemann, ehemaliger Lokalchef der Westfälischen Nachrichten in Münster, greift kochum (klug) zur Feder, damit das „jovle Kauderwelsch“ nicht in Vergessenheit gerät. Am Freitag stellten der Leiter des Aschendorff-Buchverlages, Dr. Dirk Passmann, und der Leiter der Buchhandlung Poertgen-Herder an der Salzstraße, Johannes Bauer, das sechste Masematte-Buch von Schemann vor. Diesmal nennt der Ur-Münsteraner „50 Gründe, warum Münster hamel jovel ist...“ Nur 50? Es gibt natürlich Hunderte. Aber bei 124 Seiten muss die Anzahl begrenzt werden.

Deshalb ist Münster einzigartig

Schemann skizziert die Einzigartigkeit Münsters in prägnanten Beispielen – vom Aasee, „dem toften Pani mitten in der Stadt“, Annette von Droste-Hülshoff, „die hamel jovel mitte Rakawele mänglowieren konnte“, über Erbdrostenhof („Der Adel war damals eine Mischpoke für sich“) und Fahrräder („In Münster gibt es mehr Leezen als Seegers und Kalinen“) bis zum Mühlenhof („Im Laufe der Jennikes ist rund um die tofle Bockwindmühle ein ganzes Kaff entstanden“), Preußen, „die zu oft verkimmelt haben“ und Prinzipalmarkt, „Münsters schummste Nobelstrehle“. „Das Buch ist eine verkappte Liebeserklärung an die Stadt Münster“, gibt Schemann zu.

Die Masematte geht zurück auf die Zeit der Vieh- und Pferdehändler. Sie laberten gerne verschlüsselt, damit andere nicht mitbekamen, worum es ging. Die Geheimsprache, deren Zutaten Rotwelsch, Jiddisch und Romani sind, war im Kuhviertel oder in Klein-Muffi zu hören. „Ein Paohlbürger hätte damals nie so gesprochen. Heute ist die Masematte Kult“, sagt Schemann. Irgendwie kurant (hübsch).

Zum Thema

Wolfgang Schemann: 50 Gründe, warum Münster hamel jovel ist... Erkenntnisse eines Masemattenfreiers, 124 Seiten, Aschendorff-Verlag, 9,95 Euro. Bestellen kann man das Buch hier .

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