Pro-Musica-Orchester konzertiert in der Friedenskapelle
Von Beethoven bis Bruch

Münster -

Beethoven, Sibelius, Bruch: Mit einem klangvollen Programm erfreute das Pro-Musica-Orchester am Wochenend sein Konzertpublikum.

Sonntag, 10.11.2019, 16:48 Uhr
Das Pro-Musica-Orchester und Dirigent Gerhard Wild freuen sich am Ende des Konzerts über den Applaus.
Das Pro-Musica-Orchester und Dirigent Gerhard Wild freuen sich am Ende des Konzerts über den Applaus. Foto: Eickhoff

Gerhard Wild, seit mehr als einem Jahrzehnt Leiter des Pro-Musica-Orchesters, schmunzelt: „Ich habe Programme drucken lassen, das ist nicht das Pro­blem. Aber ich habe sie zu hause liegen lassen. Deshalb sage ich jetzt an, was wir spielen.“ Die Zuhörer in der bis auf den letzten Platz besetzten Friedenskapelle schmunzeln zurück und scheinen im Verlauf des Konzerts die gedruckten Programme nicht zu vermissen.

Fließend und klangvoll starten die Musikliebhaber des Pro-Musica-Orchesters mit Jean Sibelius‘ Werk Andante Festivo. Diese Musik für Streichorchester kommt mit jubilierendem Geigenklang, singenden Celli und in jeder Dynamik vollem Sound daher. Wild leitet mit wenigen präzisen Bewegungen des rechten Arms, der linke Arm dient zum Blättern oder um wenige gewichtige Einsätze zu unterstreichen. So wirkt er fast wie ein cooler Big- Band-Chef.

Die Streicher zeigen sofort, wie gern sie ihre Instrumente haben – nur fehlt manchmal vor lauter Musizierfreude ein wenig die Präzision in Punktierungen und Phrasierungen. Wild verkündet am Ende: „Das war‘s schon! Aber das nächste Stück ist ungefähr zehnmal so lang.“ Nachdem die Zuhörer sich mit viel Beifall für den Sibelius bedankt haben, folgt nun das Violinkonzert D-Dur von Ludwig van Beethoven mit dem Solisten Orest Kudlovskyi, der derzeit an der Musikhochschule Münster studiert. Gut ausgearbeitet perlen seine Kadenzen daher, akkurat spielt er die Läufe. Die Holzbläser zeigen sich unter Führung der Oboe (Birgit Kocian) als einsatzbereite Gruppe, die Streicher genießen jeden Takt und irritieren zugleich mit ihrem abermals nur an den simpleren Stellen ungenauen Rhythmus – wenn es vertrackter wird, kommen sie rhythmisch exakt auf den Punkt. Viele gelungene Kadenzen der Violine Kudlovskyis, volltönende Begleitungen der Streicher und immer wieder die strahlende Oboe sorgen für viel Beifall.

Nach der Pause folgt Musik von Max Bruch, die Serenade nach schwedischen Volksmelodien und die Suite nach russischen Volksmelodien. Die fünfsätzige Serenade kommt schön nach vorn gespielt daher, ein melodienseliger Reigen feinster Musikpralinen, geradezu ein Geschenk Bruchs an die Streicher. Bruchs Suite nach russischen Volksmelodien beginnt mit einem zarten Englischhorn-Solo (Wolfgang Schmidt), viele gelungene Bläsersoli folgen, das Fagott (Angela Waldmann) lässt das große Doppelrohr singen, muntere Trompeten und feine Waldhörner legen eine Menge akustischen Zuckerguss über das klangvolle Treiben. Die Zuhörer feierten das Pro-Musica-Orchester mit viel Beifall.

 

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