„Sternenfreunde Münster“ beobachten Merkur-Transit
Das kleine Schwarze muss vors große Gelbe

Münster -

Erst drohten Wolken dem astronomischen Schauspiel den Reiz zu nehmen, dann das Happy-End: Die „Sternenfreunde Münster“ waren froh, dass sie am Montag doch noch den Merkur-Transit vom Naturkunde-Museum aus beobachten konnten. Lange sah es nicht danach aus.

Montag, 11.11.2019, 16:40 Uhr aktualisiert: 11.11.2019, 16:50 Uhr
Warten auf den Merkur-Transit: Michael Dütting (v.) schaut durchs Teleskop, während Dr. Björn Voss (l.) fachsimpelt.
Warten auf den Merkur-Transit: Michael Dütting (v.) schaut durchs Teleskop, während Dr. Björn Voss (l.) fachsimpelt. Foto: Pjer Biederstädt

Rund ein Dutzend Mitglieder des Vereins „Sternenfreunde Münster“ stehen am Montag, ausgerüstet mit großen Teleskopen, gebannt vor dem LWL-Museum für Naturkunde. Um 13.35 Uhr beginnt ein astronomisches Schauspiel, das es nur 13 oder 14 Mal in einem Jahrhundert zu sehen gibt. Es sind nur noch wenige Minuten bis zum sogenannten Merkur-Transit. Und man sieht: gar nichts.

„Wir brauchen ein Wolkenloch“, sagt Michael Dütting, Vorsitzender des Vereins „Sternenfreunde Münster“ mit Blick in den novembergrauen Himmel. Denn: Keine Sicht auf die Sonne, keine Sicht auf den Transit. Das Phänomen ist allerdings noch bis zum Sonnenuntergang zu beobachten. Der nächste Merkur-Transit ist erst wieder 2032 zu sehen. Es gilt deshalb das Motto: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Vorsicht geboten

Wenn schon nichts zu sehen ist, dann erklärt Dr. Björn Voss, 2. Vorsitzender des Vereins, eben, was man bei wolkenlosem Himmel sehen könnte. Beim Merkur-Transit sei zu beobachten, wie sich der innerste Planet des Sonnensystems vor den großen Feuerball schiebt. „Eine Art Mini-Sonnenfinsternis“, beschreibt Voss das Phänomen, weil der „kleine“ Merkur natürlich nicht gänzlich die Sonne verdecke.

Bei der Beobachtung sei allerdings Vorsicht geboten, erklärt Christian Böing. Keinesfalls sollte man mit bloßem Auge oder durch ein Fernrohr ohne Spezial-Filter in die Sonne blicken. „Ganz schlecht für die Augen“, sagt der „Sternenfreunde“-Pressewart.

Ein Gefühl für die Dimensionen

Plötzlich kommt Hektik auf. Denn tatsächlich reißt der eben noch graue Himmel eine Minute vor dem Beginn des Spektakels auf. Die Sicht ist frei, die Rohre werden justiert. „Da ist er“, ruft Voss. Beim Blick durch das Teleskop sieht man nun einen kleinen schwarzen Punkt über einen großen gelben Punkt wandern. „Gut, das ist jetzt optisch vielleicht nicht besonders beeindruckend“, sagt Voss. „Doch!“, widersprechen seine Mitstreiter. Das Spannende sei, so Dütting, dass man ein Gefühl für die Dimensionen bekomme, „für diesen riesigen Gasball“.

Noch besser, so Voss, sei das bei einem Venus-Transit zu sehen, weil die Venus größer ist. Der nächste ist aber erst im Jahr 2117. „Könnte knapp werden“, sagt Voss.

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