Karnevalsauftakt
Prinz lässt Lewe trommeln

Münster -

Was für ein Prinz! Thorsten II. präsentierte sich am Elften im Elften in Münsters Rathaus und ließ den Oberbürgermeister erst mal trommeln. Und das aus gutem Grund.

Montag, 11.11.2019, 19:15 Uhr
OB Lewe (r.) trommelt, vielleicht um Hilfe. Denn mit gleich drei Adjutanten – (v.l.) Andreas Koch, Christian Lange und Frank Hoffmann – präsentierte sich Prinz Thorsten II., der in den Jahren 1990 bis 1992 Münsters Stadtjugendprinz war (rundes Foto), im Rathaus.
OB Lewe (r.) trommelt, vielleicht um Hilfe. Denn mit gleich drei Adjutanten – (v.l.) Andreas Koch, Christian Lange und Frank Hoffmann – präsentierte sich Prinz Thorsten II., der in den Jahren 1990 bis 1992 Münsters Stadtjugendprinz war (rundes Foto), im Rathaus. Foto: Oliver Werner

„Denn wenn et Trömmelche jeht. . .“ – dann steht Oberbürgermeister Markus Lewe parat. Und zwar bei den Alten Räubern in Wolbeck! Bei deren närrischen Raubzügen rund um den Wigbold trommelt der Ehrenräuber aus dem Rathaus ohne Pause.

Münsters neuer Stadtprinz Thorsten II. (Brendel), der sich am Elften im Elften um 11.11 Uhr in der Rüstkammer des Rathauses mit seinem Hofstaat präsentierte, hat dieses offene Staatsgeheimnis dort ausgeplaudert. „Nur weil deine Frau Maria heißt, macht dich das nicht zum Heiligen“, hatte der neue Prinz dann auch gleich ein besonders Geschenk für Lewe parat. Eine Trommel!

Erste Spitze gegen den "Räuber Markus"

„Ich verstehe gar nicht, warum der Rat nicht immer im Takt ist, wo du doch so gerne trommelst“, schoss der prinzliche Brendel die erste Spitze gegen den „Alten Räuber Markus“ ab und ließ Lewe fortan trommeln. Der OB hatte eh nur noch Augen für das Schlaginstrument. „Das ist die schönste Bestechung, die ich je erlebt habe.“

Karnevalsauftakt 2019 - Prinz Thorsten II. bei Markus Lewe

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Mit viel Tamtam und Tschingderassabum zogen Prinzengarde und Gefolge ins Rathaus ein. Der neue Generalprinzmarschall (Geprima) Paul Middendorf legte gleich den Finger in die Wunde: „Das Hafencenter geplant als Top, nach 20 Jahren nur ein Flop“. Es sei wie so oft in Münster: „Bedenken haben hier Gewicht, und dann kam auch noch das Gericht.“ Gefragt sei ein Kompromiss, „sonst geht durch Münster bald ein Riss“.

Zehn Jahre jeck

Middendorfs Vorschlag: Aus der Bauruine könnte die Wagenbauhalle für die Karnevalisten werden. Dem OB überreichte er einen „speziellen Stick“, der aussieht wie ein Baseballschläger. „Bedenkenbälle spielt er zurück, zwingt Politik so Stück für Stück, zum Handeln und zu Münsters Glück.“

Zehn Jahre ist Lewe OB. Zehn Mal habe eine närrische Gemeinschaft stets am 11.11. abgecheckt, wie sie ihm den Schlüssel auf Dauer abnehmen könnte. Doch bislang fehlte der Biss.

Mit Konfetti geduscht

Vor Prinz Thorsten II., früherer Kinderprinz von Amelsbüren, Emmerbachgeist, Stadtjugendprinz und Präsident der Schlossgeister, indes hat Lewe Manschetten. „Der steht mit Herz und Seele auf jeder Bühne. Thorsten, der Zweite. Du bist ein Karnevalshüne!“, gab der OB zu.

Tja, was soll er da sagen, was soll er jetzt tun? „Einem karnevalistischen Tausendsassa gebührt diesmal der Ruhm“, denkt Lewe wegen des „mit Konfetti geduschten, prinzlichen Wiederholungstäters“ ans Aufhören. Die Chancen sind schlecht, wenn Prinz Thorsten am Karnevalssonntag (23. Februar) vor dem Rathaus auftaucht. Auch der Ämtervergleich spricht nicht für den OB. Immerhin: Lewe war mal Bezirksbürgermeister in Südost – Brendel allerdings Kinderprinz in Amelsbüren!

Und dabei hat auch Lewe seine närrischen Qualitäten längst unter Beweis gestellt – und den ganzjährigen Rosenmontagszug in Münster eingeführt. „Anders kann ich mir die flächendeckende Umsetzung von Tempo 30, womit er die ganze Stadt blockiert hat, nicht erklären“, bekannte der Prinz.

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