Missbrauchsprozess
Gericht prüft Alibis eines Angeklagten

Münster -

Im Missbrauchsprozess gegen drei Männer aus Münster und Everswinkel bestreitet der dritte Angeklagte den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs weiterhin. Nachdem der 50-Jährige in einem der früheren Termine ausgesagt hatte, dass er nicht wisse, warum ihm die Tat vorgeworfen werde, wurden nun die Arbeitskollegen des Münsteraners vernommen.

Montag, 11.11.2019, 21:20 Uhr aktualisiert: 11.11.2019, 21:24 Uhr
 
  Foto: dpa

Als Angestellter im Bistro- und Imbissbereich einer Tankstelle war der Angeklagte im fraglichen Zeitraum laut Arbeitsplan tatsächlich eingeteilt und hat während seiner Schichten auch etwa halbstündlich Buchungen in die Kasse eingegeben. Da die Angestellten sich mit einer Mitarbeiterkarte registrieren müssen, wenn sie an der Kasse tätig sind, war der Name des Angeklagten im Kassenprotokoll vermerkt.

Allerdings kam es vor, dass der 50-Jährige seinen Arbeitsplatz für Besorgungen oder aus privaten Gründen für bis zu eine Stunde verließ. Zwar hätte er sich dann elektronisch abmelden – „ausstempeln“ – müssen. Dies wurde im entsprechenden Zeitraum jedoch nicht nachhaltig kontrolliert. Zudem gaben die Zeugen an, dass sie gelegentlich auch die Karten eines Kollegen benutzen würden, um die Kasse zu bedienen.

Psychiatrische Gutachten

Im Tagesgeschäft sei das üblich, erklärte eine Zeugin. Eine weitere Mitarbeiterin sagte aus, dass der Angeklagte laut ihrer Erinnerung in der Vorweihnachtszeit 2018 den Arbeitsplatz tatsächlich verlassen habe, ob dies an einem der betreffenden Tage war, konnte sie jedoch nicht zweifelsfrei sagen.

Im Anschluss an die Zeugenvernehmungen hörte die 21. Strafkammer auch die psychiatrischen Gutachten zum Hauptangeklagten und zum 52-jährigen Angeklagten an. Beide haben ihre Taten bereits eingeräumt. Auf Antrag der Nebenklage-Vertreterin, dem sich die weiteren Prozessbeteiligten angeschlossen hatten, wurde die Öffentlichkeit dabei jedoch ausgeschlossen. Am Ende des Prozesstages wurde sodann die Beweisaufnahme geschlossen.

Der Prozess wird am 20. November fortgesetzt.

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