„The BIG Picture“ von Fetter Fisch in der Meerwiese
Kleine Helden, große Wirkung

Münster -

Es ist alles andere als konventionelles Theater, was die Performance-Gruppe Fetter Fisch am Sonntag im Theater in der Meerwiese aufführte.

Dienstag, 12.11.2019, 16:34 Uhr aktualisiert: 13.11.2019, 18:44 Uhr
Cornelia Kupferschmid und Silvia Andringa (v.l.) erzählen Geschichten, die hinter Bildern stehen, und stellen im neuen Stück Menschen vor, die Zivilcourage bewiesen haben.   Cornelia Kupferschmid und Silvia Andringa (v.l.) erzählen Geschichten, die hinter Bildern stehen, und stellen im neuen Stück Menschen vor, die Zivilcourage bewiesen haben.
Cornelia Kupferschmid und Silvia Andringa (v.l.) erzählen Geschichten, die hinter Bildern stehen, und stellen im neuen Stück Menschen vor, die Zivilcourage bewiesen haben.   Cornelia Kupferschmid und Silvia Andringa (v.l.) erzählen Geschichten, die hinter Bildern stehen, und stellen im neuen Stück Menschen vor, die Zivilcourage bewiesen haben. Foto: Thomas Mohn

Es ist alles andere als konventionelles Theater, was die Performance-Gruppe Fetter Fisch am Sonntag im Theater in der Meerwiese aufführte. Eher wirkt es wie ein Vortrag. Aber kein normaler, sondern ein mit den Mitteln des Theaters in Szene gesetzter. Denn „wir sind Künstlerinnen und keine Wissenschaftlerinnen“, wie Cornelia Kupferschmid und Silvia Andringa gleich zu Beginn der Vorstellung betonen.

„The BIG Picture“ nennen sie ihre unter der Regie von Leandro Kees entstandene Performance für Menschen ab zwölf Jahren. Es geht darin um Zukunftsszenarien. Und zwar um positive. „Utopischer Realismus“ bieten sie als Gattungsbezeichnung an und stellen Menschen vor, die etwas verändert und dabei, wenn nötig, auch gegen Gesetze verstoßen haben. Also Menschen, die Zivilcourage bewiesen haben, welche, so die Protagonistinnen, eigentlich an jeder Schule gelehrt werden sollte.

Bilder spielen bei der als Lecture Performance angelegten Aufführung eine wichtige Rolle. Es sind Bilder von Menschen, denen die Theatermacher eine Vorbildfunktion zusprechen. Dazu gehört beispielsweise Kathrine Switzer, die 1967 unerlaubt den Boston-Marathon mitgelaufen ist und damit erreicht hat, dass fünf Jahre später Frauen offiziell an der Veranstaltung teilnehmen durften. Oder die guatemaltekische Aktionskünstlerin Regina José Galindo, die sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung einsetzt. Martin Luther kommt ebenso vor wie der chinesische Konzeptkünstler Ai Weiwei. Und natürlich fehlt auch Greta Thunberg nicht, die mit ihrem Schulstreik eine weltweite Bewegung für Klimaschutz ausgelöst hat.

Dass die knapp einstündige Aufführung nicht trocken, belehrend oder zeigefingerhaft daherkommt, dafür sorgen Kupferschmid und Andringa mit ihrer charmanten Art, mit der sie die Bilder in Szene setzen und kommentieren. Dazu gehört auch, dass sie singen, tanzen, sich die Seele aus dem Leib schreien und das Publikum direkt zum Handeln auffordern. Der Ton ist locker, jugendgerecht. „Das wird viele Leute anpissen, und das ist gut so“, ermuntern sie die Zuschauer zu Selbstermächtigung und Zivilcourage und führen immer wieder neue Beispiele an, bei denen ein Aufbrechen starrer Regeln zu Errungenschaften geführt hat, die heute als selbstverständlich gelten.  

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