Prozess am Landgericht
Fischen im Trüben

Münster -

In einem Verfahren vor der 11. Strafkammer wird einem 46-jährigen Mann sowie einer 42 Jahre alten Frau aus Münster und einem 39-jährigen Mann aus Steinfurt mehrfacher gewerbsmäßiger Betrug und Urkundenfälschung vorgeworfen. Licht ins Dunkel zu bringen ist schwer – aus einem bestimmten Grund.

Dienstag, 12.11.2019, 17:00 Uhr
 Landgericht Münster
 Landgericht Münster Foto: dpa

In dem Strafverfahren vor der 11. Strafkammer des Landgerichts Münster, das einem 46-jährigen Mann sowie einer 42 Jahre alten Frau aus Münster und einem 39-jährigen Mann aus Steinfurt mehrfachen gewerbsmäßigen Betrug und Urkundenfälschung vorwirft, fischen die Prozessbeteiligten – Verteidiger teils eingeschlossen – weiterhin im Trüben.

Grund dafür ist insbesondere der lang zurückliegende Tatzeitraum. In den Jahren 2011 bis 2013 sollen die Angeklagten – mit wechselnder Beteiligung – insgesamt 93 einzelne Taten begangen haben, indem sie mit falschen E-Mail-Adressen sowie unerlaubt erlangten Kontoverbindungen Handyverträge abgeschlossen und hochwertige Elektronikartikel bestellt haben.

Taten eingeräumt

In seiner Einlassung räumte der 46-jährige Angeklagte, der auch mit unerlaubt erlangten EC-Karten Geld an Automaten abhob, vor Gericht 20 der vorgeworfenen Taten ein. Die für die Kammer wichtigen Fragen, wie er an die EC-Karten sowie an die Daten gekommen ist, mit denen Konten unter falschem Namen eröffnet wurden, konnte er nicht beantworten.

Seiner Aussage zufolge habe sich darum der damalige Freund der Schwester seiner Mitangeklagten Ehefrau, den er nur mit Vornamen benennen konnte, gekümmert. Auf den Einwand des Gerichts, wie denn dessen Bild auf den Ausweis gekommen sei, der einer fremden Person gehörte und den er bei seiner Festnahme bei sich trug, fand der Angeklagte vor Gericht ebenfalls keine Antwort.

Finanzielle Abhängigkeiten

Seine Ehefrau räumte ein, unter Verwendung der falschen E-Mail-Adressen und Kontoverbindungen Bestellungen für ihre Schwester getätigt zu haben, wobei sie wusste, dass die Waren für den Weiterverkauf bestimmt waren. Auch sei ihr bewusst gewesen, dass ihr Handeln falsch war – doch sei sie damals von ihrer mittlerweile verstorbenen Schwester finanziell abhängig gewesen, wie sie am Dienstag beteuerte.

Der Steinfurter, dem acht Taten vorgeworfen werden, bestreitet weiterhin seine Beteiligung. Auch die Münsteraner habe er erst nach 2013 kennengelernt, beteuerte er. Dem widersprechen jedoch von der Polizei ermittelte Telekommunikationsdaten. Im nächsten Termin am 19. November wird sodann die Beweisaufnahme eröffnet.

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