Hörbar – aber erlaubt
Diskussion über Windrad Loevelingloh

Münster -

Das Windrad Loevelingloh ist im benachbarten Gewerbegebiet zu hören, gut sogar. Da die gesetzlichen Grenzwerte, die in Gewerbegebieten nicht so streng sind wie in reinen Wohngebieten, eingehalten werden, hält die Bezirksregierung den Betrieb für erlaubt.

Mittwoch, 13.11.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 13.11.2019, 08:36 Uhr
Bedingt durch seine Nähe zur bestehenden Bebauung wird viel über das Windrad Loevelingloh diskutiert. Laut Bezirksregierung wirft der Betrieb aber keine rechtlichen Probleme auf.
Bedingt durch seine Nähe zur bestehenden Bebauung wird viel über das Windrad Loevelingloh diskutiert. Laut Bezirksregierung wirft der Betrieb aber keine rechtlichen Probleme auf. Foto: Oliver Werner

Nicht unproblematisch, aber erlaubt: So etwa könnte man die aktuelle Situation rund um das umstrittene Windrad Loevelingloh beschreiben. Nach einem Jahr Zwangspause war das Windrand Anfang Oktober wieder in Betrieb gegangen. Wie die Bezirksregierung in einer Pressemitteilung betont, sei es bei der neuerlichen Betriebsgenehmigung ausschließlich um die Frage gegangen, ob ein „genehmigungskonformer Betrieb“ nachzuweisen sei. Das sei der Fall, so dass vom Betreiber, den Stadtwerken Münster, „ein Rechtsanspruch auf Erteilung der Genehmigung bestand“.  

Zugleich weist die Bezirksregierung darauf hin, dass sie auf die Wahl des Standortes für das Windrad keinen Einfluss habe nehmen können. Die Windvorrangzone, in der das Windrad errichtet wurde, geht auf einen Beschluss der Stadt Münster zurück. Innerhalb dieser Zone lag die Standortsuche in der Verantwortung der Stadtwerke. Wie zu hören ist, kam die Bezirksregierung bei der (Wieder-)Genehmigung nur deshalb ins Spiel, weil die Stadtwerke ein städtisches Tochterunternehmen sind und die Stadt deshalb als Genehmigungsbehörde selbst nicht aktiv werden durfte.

Geringerer Schutzanspruch

Das Windrad rückt bis auf 450 Meter an eine bestehende Wohnbebauung an der Ecke Kappenberger Damm/Grafschaft heran. Bei den zurückliegenden Prüfungen wurde festgestellt, dass die Schallimmissionen der Anlage in der Nachbarschaft zu hören sind. Da die Wohnungen aber in einem Gewerbegebiet liegen und dort ein geringerer Schutzanspruch besteht, sieht die Bezirksregierung die Anlage in Einklang mit dem Gesetz.

In der Erklärung heißt es deshalb auch: „Einen Anspruch auf Nullimmissionen, also absolute Ruhe, sehen weder Bundes- noch Landesrecht vor.“ Je nach „Schutzbedürftigkeit der betroffenen Umgebung“ seien andere Grenzwerte anzusetzen, heißt es weiter.

Nach Insiderangaben hätte man möglicherweise den aktuellen Nachbarschaftskonflikt durch die Wahl eines Standortes weiter südlich vermeiden können. Der Grunderwerb für den Windradbau stand aber unter einem erheblichen Zeitdruck.

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