Eine-Welt-Gruppen: Vollversammlung
Keine Auflösung, aber reduziertes Angebot

Münster -

Der Wert der Arbeit christlicher Eine-Welt-Gruppen war am Dienstagabend unter allen Beteiligten unstrittig. Und doch gab es Diskussionen darüber, ob der Ökumenische Zusammenschluss christlicher Eine-Welt-Gruppen Münsters sich auflösen solle. Der ÖZ habe sich überlebt, hieß es.

Mittwoch, 13.11.2019, 18:30 Uhr aktualisiert: 13.11.2019, 18:50 Uhr
Bei einer Gegenstimme votierten sieben Mitglieder des Koordinations-Teams für den Fortbestand des Ökumenischen Zusammenschlusses christlicher Eine-Welt-Gruppen Münsters.
Bei einer Gegenstimme votierten sieben Mitglieder des Koordinations-Teams für den Fortbestand des Ökumenischen Zusammenschlusses christlicher Eine-Welt-Gruppen Münsters. Foto: Andreas Hasenkamp

Sich nicht aufzulösen, sondern kürzer zu treten und sich neu zu orientieren – das beschloss die Vollversammlung des Ökumenischen Zusammenschlusses christlicher Eine-Welt-Gruppen Münsters (ÖZ) am Dienstagabend. Das 1986 gegründete Gremium ist Mitglied im Eine-Welt-Forum (EWF) Münster, das es mitgegründet hat, und über das Forum im Beirat für kommunale Entwicklungszusammenarbeit der Stadt Münster vertreten.

Der ÖZ organisiert oder beteiligt sich an zahlreichen Veranstaltungen mit Themen von Armut, Religionsfreiheit und Menschenrechten bis „Sehnsucht Friede“. Zum Koordinations-Team gehörten Anisrajah Pathmanathan und Kajo Schukalla sowie – diesmal verhindert – Ernest Onu und Christa Wischnat.

Niemand will in die Gremien

In der Einladung hatte es geheißen: „Diese Sitzung wird über die Zukunft des BZ entscheiden!“ Einige Mitglieder hatten die Auflösung vorgeschlagen, und Friedel Drescher begründete diese Position: Der ÖZ habe sich überlebt.

Die Gruppen scheinen sich selten an den ÖZ zu richten. Martin Mustroph, Pfarrer der Thomasgemeinde, fragte: „Ist die Vertretung im ÖZ von den Gruppen überhaupt gewollt?“ Das Engagement junger Menschen in Gemeinden fand viel Lob, beschränke sich jedoch auf Projektarbeit; für Gremienarbeit fänden sich kaum Menschen, so Mustroph.

Kraft für neue Formen

Sehr unterschiedlich ist das Interesse an Verkaufsarbeit in Eine-Welt-Läden. Christine Strathmann konstatierte eine Krise der Glaubwürdigkeit der christlichen Kirchen. Ernest Onu, so Schukalla, sei „entschieden für eine weitere Arbeit“ und bereit, dazu beizutragen. Auch ihm selbst liege daran, eine christliche Stimme geltend zu machen. Anisrajah Pathmanathan sagte, der ÖZ sei „für mich ganz wichtig“; er sei „bereit, Energie zu investieren.“ Er betreut die Website des ÖZ.

Das Stimmungsbild ergab eine Stimme für die Auflösung, die anderen sieben votierten für die Weiterexistenz. Für das Modell einer Arbeit mit reduziertem Angebot, durch die man Kraft für neue Formen finden könne, votierten schließlich alle acht. Im Koordinations- Team mitarbeiten wollen Path manathan, Schukalla, Onu, Wischnat und Gaby Stank.

Christine Strathmann befürwortete ein neues Konzept, mit dem „Menschen gepackt und mitgenommen werden können“. Sie plädierte dafür, sich auch an junge Leute wie Studierende der Universität und der Fachhochschule zu richten.

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