Campus-Konzert in der Musikhochschule
Ein staunendes Publikum

Münster -

Einen so farbigen Klavierabend wie diesen erlebt man selten. Nicht nur, dass zwei Studenten der Musikhochschule in staunenswerter Perfektion ihr Können zeigten...

Donnerstag, 14.11.2019, 19:22 Uhr
Yoshiko Furukawa spielte beim WDR-3-Campus-Konzert in der Musikhochschule.
Yoshiko Furukawa spielte beim WDR-3-Campus-Konzert in der Musikhochschule. Foto: Arndt Zinkant

Einen so farbigen Klavierabend wie diesen erlebt man selten. Nicht nur, dass zwei Studenten der Musikhochschule in staunenswerter Perfektion ihr Können zeigten – es wurden auch zwei historische Piano-Schätzchen der Sammlung Beetz ins Rampenlicht geholt: drei Flügel, zwei Pianisten, ein großer Farbenrausch. Die WDR-3-Campus-Konzerte (der Abend wurde fürs Radio aufgezeichnet) wollen dem Spitzennachwuchs in Nordrhein-Westfalen ein Podium bieten.

Yoshiko Furukawa und Junhee Kim hatten sich für das Format qualifiziert – und das mit Sicherheit zu Recht. Als Auftakt bespielte die charmant und bescheiden auftretende Furukawa die historischen Hammerflügel mit zwei Beethoven-Sonaten. Nach der Pause fegte der lässig-souveräne Kim einen Virtuosenritt nach dem andern über die Tasten des modernen Steinways. „Zweifach historischer“ Klang bei Beethoven: Prof. Ulrich Beetz klärte zu Beginn darüber auf, wie rasant die Entwicklung der Hammerflügel damals gewesen sei: „Wie heute bei Computern: Heute gekauft – morgen schon veraltet.“ Das erste Instrument sei das gleiche wie Beethovens eigener Hammerflügel zur Zeit der „Sturm-Sonate“.

Und wie Yoshiko Furukawa es durch das wackelnde alte Schmuckstück stürmen ließ und ohne jede Anschlags-Wucht auskam, war faszinierend. Eine elegante Mischung aus Legato und Staccato führte zu veritablem Beethoven-Klang. Die Reife der Darbietung überzeugte hier wie auch bei der Sonate op.110. Da klang der Hammerflügel schon deutlich moderner.

Junhee Kim eröffnete mit einer humorig abschnurrenden Haydn-Sonate Hob. XVI:34, präsentierte sich dann aber als Virtuose, dem nichts zu schwer ist. Vielleicht hätten Tschaikowskys „Morceau de concert“ mehr Wehmut vertragen, aber Tarantella oder „Gnomenreigen“ von Liszt lassen sich kaum schillernder spielen. Dem Publikum standen bereits die Münder offen, da setzte Kim noch eins drauf: den „Totentanz“ von Saint-Saëns in einer Horowitz-Bearbeitung. Brillant!

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