Mut der münsterischen Frauen gelobt
Auszeichnung für Maria 2.0

Münster -

Im Rahmen der Jahrestagung der Arbeitsstelle Intra wurden zwei münsterische Gruppen, die sich interreligiös und ehrenamtlich für Verständigung zwischen den Religionen engagieren, geehrt: Maria 2.0 und das „Ensemble Marsaleko“.

Sonntag, 17.11.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 18.11.2019, 15:52 Uhr
Achim Riggert von der interreligiösen Arbeitsstelle gratulierte den Frauen von Maria 2.0
Achim Riggert von der interreligiösen Arbeitsstelle gratulierte den Frauen von Maria 2.0 Foto: con

Gleich zwei Gruppen wurden am Samstag von der interreligiösen Arbeitsstelle Intra ausgezeichnet. Im Rahmen ihrer Jahrestagung in der Evangelischen Studierenden-Gemeinde (ESG) in Münster hielt die Arbeitsstelle unter dem Vorsitz von Achim Riggert Ausschau nach münsterischen Gruppen, die sich interreligiös und ehrenamtlich für Verständigung zwischen den Religionen engagieren.

Sie wurden doppelt fündig: Maria 2.0 teilte sich die Auszeichnung mit der Musikgruppe „Ensemble Marsaleko“. Beide erhielten jeweils 2500 Euro Preisgeld für ihre Arbeit.

Dr. Alice Schumann erinnerte in ihrer Laudatio für Maria 2.0 an die vergessenen, ehrenwerten Frauenpersönlichkeiten in jeder Religion. Sie lobte den Mut der münsterischen Frauen, für etwas einzutreten, was unveränderlich zu sein scheine. Schumann sprach die Hoffnung aus, dass der Preis Maria 2.0 ermutige und sich die Initiative nicht zum Schweigen bringen lasse. In der Urkunde wurde das mutige Eintreten für Gleichberechtigung der Frauen aller Religionen erwähnt.

Sechs Vertreterinnen von Maria 2.0 waren in die ESG gekommen. Lisa Kötter bedankte sich im Namen der Gruppe für die Auszeichnung: „Das tut gut“. Sie blickte zurück auf die lange Tradition, den Frauen das Mitspracherecht in Religionen zu verwehren. „Ich habe den Verdacht, dass es mit Besitz und Erbe zu tun hat“.

Sie überreichte als Geschenk einen kleinen Kristall, ein Prisma, der das Licht in allen Farben bricht, als Zeichen der menschlichen Verbundenheit über Religionsgrenzen hinweg.

Die ausgezeichnete Musikgruppe stellte sich zunächst musikalisch vor. Die Laudatio hielt der islamische Religionslehrer Muhammet Mertek aus Hamm. Er hob die interkulturelle Bedeutung der Musik hervor durch harmonische Klänge und ihre universelle Sprache. Marsaleko vereint verschiedene Musikstile, -epochen und Instrumente. 2001 als Projekt von Salah Eddin J. Maraqa (Qanun) und Heiko Fabig (Klavier) gegründet, treten sie inzwischen als Quintett auf und werden nächstes Jahr einen Tonträger veröffentlichen. Fabig nannte die Ehrung „ein historisches Ereignis“ für die Gruppe. Sie möchten die Gelder für Projektarbeit mit Kindern und Jugendlichen nutzen.

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