Prozessauftakt um Überfall und Einbruch
Angeklagte widersprechen sich

Münster -

Drei jungen Erwachsenen wird vorgeworfen, eine Tankstelle überfallen zu haben und in eine Doppelhaushälfte eingebrochen zu sein. Vor dem Landgericht verwickeln sie sich in Widersprüche.

Montag, 18.11.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 19.11.2019, 12:26 Uhr
 
  Foto: Rieke Tombült

Sehr widersprüchliche Aussagen der Angeklagten sorgten am Montag für ein unklares Bild des Tathergangs bei einem Prozessauftakt vor dem Landgericht. Drei jungen Erwachsenen wird vorgeworfen, in unterschiedlichen Konstellationen vor zwei Jahren eine Tankstelle in Coerde überfallen zu haben und einige Monate später in eine Doppelhaushälfte in Handorf eingebrochen zu sein.

Der Hergang des ersten Überfalls ist dabei weitgehend geklärt. Ein 24-Jähriger soll mit einem 21 Jahre alten Komplizen eine Tankstelle überfallen und dabei rund 900 Euro erbeutet haben. Die Täter waren mit Sturmhauben maskiert und hielten dem Kassierer eine Druckluftwaffe an den Kopf, um das Bargeld zu bekommen. Beide Angeklagte gaben die Tat zu und haben sich bereits beim Verkäufer entschuldigt, hieß es in der Verhandlung. Komplizierter nachzuvollziehen ist der Einbruch: Diesen soll der 24-Jährige mit einem befreundeten 19-Jährigen durchgeführt haben. Nach Schilderung des Älteren hätten die beiden die Tat zusammen geplant und seien auch gemeinsam in das Haus in Handorf eingestiegen. Die erbeutete Ware hätten sie schließlich untereinander aufgeteilt und später gemeinsam verkauft. Darunter seien zwei Tablets, mehrere Uhren, Schmuck und Bargeld gewesen. Sein Komplize widersprach dieser Version vor Gericht vehement: „Ich bin morgens von meinem Freund angerufen worden, ob ich ihm einen Gefallen tun könnte. Von dem Einbruchsplan habe ich aber erst unterwegs im Auto erfahren.“ Auch sei er nicht in das Haus eingestiegen, sondern habe nur davor gewartet. Zudem habe er keinen Anteil an der Beute erhalten.

Die drei Angeklagten wuchsen gemeinsam in Coerde auf und kennen sich seit ihrer Kindheit. Der 24 Jahre alte Angeklagte ist wegen des Führens einer CO-Pistole bereits vorbe-straft. Er gab als Grund für die Straftaten Geldprobleme wegen Mietrückständen an.

Beide Taten blieben nach ihrer Durchführung zunächst unaufgeklärt. Erst als ein Verdächtiger in einem anderen Fall die Täter im Gegenzug für eine Strafmilderung nannte, gerieten die drei Angeklagten ins Visier der Polizei.

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