Plädoyers im Missbrauchs-Prozess
Anklage fordert sechseinhalb Jahre Haft für Haupttäter

Münster -

Im Prozess wegen schweren Kindesmissbrauchs sind am Mittwoch die Plädoyers gehalten worden. Die Staatsanwaltschaft fordert für den geständigen Haupttäter eine Freiheitsstrafe in Höhe von sechs Jahren und sechs Monaten.

Mittwoch, 20.11.2019, 16:50 Uhr aktualisiert: 20.11.2019, 18:17 Uhr
Im nicht öffentlichen Prozess wegen schweren Kindesmissbrauchs hielten Staatsanwaltschaft und Verteidiger jetzt ihre Plädoyers. Das Urteil soll in der kommenden Woche fallen.
Im nicht öffentlichen Prozess wegen schweren Kindesmissbrauchs hielten Staatsanwaltschaft und Verteidiger jetzt ihre Plädoyers. Das Urteil soll in der kommenden Woche fallen. Foto: dpa

Eine Haftstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten beantragte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer am Mittwoch im Prozess gegen einen 38-jährigen Mann aus Münster, der wegen schwerem sexuellen Missbrauch vor der Großen Strafkammer angeklagt ist. Zudem sei beantragt worden, den Haftbefehl aufrecht zu erhalten, berichtet der Sprecher des Landgerichts, Dr. Gregor Saremba, auf Anfrage unserer Zeitung aus dem zum Schutz der Opfer nicht öffentlichen Prozess. Die Verteidigung habe auf eine niedrigere Strafe plädiert, ohne sich auf ein Strafmaß festzulegen.

Gegen einen ebenfalls mitangeklagten 52-Jährigen aus Everswinkel habe die Staatsanwaltschaft eine Strafe in Höhe von zwei Jahren und vier Monaten beantragt, so der Landgerichts-Sprecher weiter. Außerdem solle der Haftbefehl aufgehoben werden. Die Verteidigung habe eine niedrigere Strafe beantragt, die dann zur Bewährung ausgesetzt werden könne. „Dafür muss das Strafmaß unterhalb von zwei Jahren bleiben“, erklärt Saremba. Für den dritten Angeklagten, einen 50-jährigen Mann, ebenfalls aus Münster, forderte die Anklage einen Freispruch, dem schloss sich die Verteidigung an.

Urteil voraussichtlich am Montag

Dem Hauptangeklagten war mehrfacher Missbrauch von Kindern im Alter von elf bis 13 Jahren in acht Fällen vorgeworfen worden. Der Hauptangeklagte hatte ein Geständnis abgelegt und mit seinen letzten Worten die Taten bedauert, berichtet der Sprecher des Landgerichts. Auch der 52-Jährige, dem eine Tat des schweren Missbrauchs zur Last gelegt wurde, habe Reue gezeigt. Der 50-Jährige habe sich den Worten seiner Verteidigung angeschlossen.

Während des Prozesses mussten auch Kinder in den Zeugenstand. Der 38-jährige soll die Kinder bei Freizeitaktivitäten kennengelernt haben. Es soll sich um zufällige Bekanntschaften gehandelt haben. Dem 52-jährigen Mitangeklagten soll der Haupttäter ein Treffen mit einem Kind ermöglicht haben. Der Prozess wird am Montag (25. November) fortgesetzt. Dann wird die Strafkammer voraussichtlich ihr Urteil fällen.

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