Paketdienst
Amazon-Zusteller legt Paket in blauer Tonne ab

Münster -

Überrascht wurde Janine Hartmann aus Münster, als sie kürzlich eine Benachrichtigung ihres Paket-Zustellers aus dem Briefkasten fischte. Denn darauf stand, dass ihr Paket in der blauen Tonne für Papiermüll abgelegt wurde. 

Donnerstag, 21.11.2019, 20:43 Uhr aktualisiert: 22.11.2019, 10:20 Uhr
Paketdienst: Amazon-Zusteller legt Paket in blauer Tonne ab
Wenig begeistert war Janine Hartmann aus Münster angesichts des kreativen Ablageortes ihrer Amazon-Bestellung: der blauen Tonne für Altpapier. Foto: Anne Koslowski

Normalerweise holt sich Janine Hartmann ihre Pakete beim Nachbarn oder in einer DHL-Packstation ab, wenn sie ihr nicht direkt zugestellt werden können. "Manchmal lassen wir uns auch die Pakete auf die Terrasse legen", erzählt die 29-Jährige, die mit ihrem Mann in einem Haus in Mauritz wohnt. Dass eine Bestellung in einer Mülltonne landet, bevor sie sie überhaupt auspacken und angucken konnte, das ist ihr noch nie passiert. 

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Der Zustellungsschein Foto: Anne Koslowski

Bis Mittwoch. "Ich habe spontan in meinen Briefkasten geguckt, eigentlich mache ich das nicht täglich", sagt die Frisörin. Dort fand sie zwei Zustellungsbescheinigungen vor: Eine von DHL, dass ein Paket in einer Packstation hinterlegt wurde, und eine von Amazon Logistics, dass ein anderes Paket bei "blaue Tonne" abgegeben wurde. "Ich dachte erst: Wer ist 'blaue Tonne' und wollte schon nach der Straße 'blaue Tonne' googlen", lacht Hartmann. Bis ihr einfiel, es muss sich um die Altpapiertonne vor ihrer Haustür handeln. "Dann bekam ich Schnappatmung." Was, wenn die Tonne in der Zwischenzeit geleert wurde? 

Ähnliche Erfahrung im Bekanntenkreis

Dem war nicht so. Ihre Bestellung mit Winterschuhen in der Altpapiertonne abzulegen, findet sie trotzdem nicht in Ordnung. "Die sollen sich dafür schämen", sagt die Münsteranerin und verweist auf ähnliche Erfahrungen im Bekanntenkreis. Nachdem sie von ihrem Vorfall bei Facebook berichtet hatte, schrieb eine Bekannte: "Die werden immer dreister. Meins haben sie mal unter ein Auto gelegt. Jeder hätte es sich holen können, so offensichtlich lag es da." 

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Im Fall von Janine Hartmann hat der Zusteller sogar mit "Blaue Tonne" unterschrieben. Foto: Anne Koslowski

Das DHL-Paket mit der bestellten Winterjacke holte sie noch am selben Abend in der Packstation ab. Hartmann und ihr Mann bestellen viel im Netz und bei Amazon. Bis jetzt habe das immer gut geklappt. Was zu dem Verhalten des Zustellers des hauseigenen Logistik-Dienstes von Amazon geführt hat, ist ihr ein Rätsel. "Ich vermute, dass die Fahrer gezwungen sind, möglichst viel loszuwerden oder keine Lagerstelle haben." 

Dass der Fahrer des Lieferdienstes, den Amazon Logistics in Bochum beauftragt hat, um eigene Lieferungen zu verteilen, Druck hatte, schließt eine Sprecherin des Unternehmens Amazon auf Anfrage aus. "Das ist nicht normal. Da ist nicht unser Standard." Über Gründe könne sie nur spekulieren, der Mitarbeiter werde aber "nachgeschult".

In jedem Fall habe sich Amazon bei Janine Hartmann entschuldigt und ihr eine kleine Wiedergutmachung angeboten.

Amazon Logistics im Weihnachtsgeschäft häufiger unterwegs

Dass der bislang noch eher unbekannte Transportdienst Amazon Logistics im Münsterland während des Weihnachtsgeschäfts häufiger unterwegs sein wird, ist durchaus möglich. "Wenn die Zahl der Bestellungen steigt, haben wir mit Amazon Logistics eigene Kapazitäten ergänzend zu Lieferdiensten wie DHL und Hermes", sagt die Amazon-Sprecherin. 

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