Streik bei der Provinzial-Versicherung
Tarifverhandlungen stocken

Münster -

Rund 400 Mitarbeiter der Provinzial-Versicherung Nordwest streikten am Freitag, um die laut Gewerkschaft Verdi festgefahrenen Tarifverhandlungen wieder in Gang zu bringen. Die Arbeitnehmer fordern unter anderem sechs Prozent mehr Gehalt.

Freitag, 22.11.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 22.11.2019, 20:41 Uhr
Mitarbeiter der Provinzial-Versicherung traten am Freitag in einen eintägigen Warnstreik, um ihren Forderungen nach einer Lohnerhöhung Nachdruck zu verleihen.
Mitarbeiter der Provinzial-Versicherung traten am Freitag in einen eintägigen Warnstreik, um ihren Forderungen nach einer Lohnerhöhung Nachdruck zu verleihen. Foto: Oliver Werner

Sechs Prozent mehr Gehalt fordert die Gewerkschaft Verdi für Mitarbeiter in der Versicherungsbranche. Die Verhandlungen mit den Arbeitgebern seien festgefahren, sagt Frank Fassin, Landesfachbereichsleiter Finanzdienste bei der Dienstleistungsgewerkschaft.

Deshalb hat Verdi vor der dritten Verhandlungsrunde am 29. November zu eintägigen Warnstreiks in ganz NRW aufgerufen. Am Freitag legten etwa 400 Mitarbeiter der Versicherung Provinzial Nordwest die Arbeit nieder und trafen sich in der Gaststätte Wienburg zu einer Kundgebung.

„Der Arbeitgeber hat bisher noch kein adäquates Angebot gemacht“, sagt Gewerkschaftssekretär Sven Kalinowski, deshalb seien die Streiks notwendig geworden. Angeboten worden sei bisher eine über drei Jahre verteilte Gehaltserhöhung – im ersten Jahr von 1,7 Prozent, im zweiten von 1,2 Prozent und im dritten von 1,1 Prozent. „Bei dieser Laufzeit entspricht das einer Erhöhung von etwa 1,18 Prozent und damit gerade der Inflationsrate“, erklärt Fassin. Dieses Angebot sei für Verdi indiskutabel, denn laut Fassin sei bei den Versicherungen genug Geld vorhanden sei.

Neben der Lohnerhöhung fordern die Arbeitnehmervertreter noch eine pauschale Anhebung der Ausbildungsvergütung in Höhe von 80 Euro, inklusive einer Übernahmegarantie. Außerdem will Verdi laut Fassin erreichen, dass Frauen leichter aus der sogenannten „Teilzeitfalle“ herauskommen. Jeder, der Elternzeit in Anspruch genommen und deshalb Stunden reduziert habe, sollte das Recht haben, anschließend wieder Stunden aufzustocken.

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