Bildershow im Gesundheitshaus
Ansichten eines ostpolnischen Kleinods

Münster -

Der Blick auf das Schöne der eigenen Heimat geht mit den Jahren verloren. Und wenn in einem Dorf die Bevölkerung dramatisch altert, erscheint alles auch noch trist. Der münsterische Fotograf Dr. Martin Franz hat ein polnisches Dorf mit seiner Kamera ins Visier genommen – und zeigt in einer Bildershow, dass Schönheit im Auge des Betrachters liegt.

Montag, 25.11.2019, 12:28 Uhr
Drei Frauen aus Cieluszki: Fotograf Dr. Martin Franz aus Münster hatte bei drei Besuchen in dem ostpreußischen Dorf das Leben der Bewohner, Landschaft und Architektur im Bild festgehalten.
Drei Frauen aus Cieluszki: Fotograf Dr. Martin Franz aus Münster hatte bei drei Besuchen in dem ostpreußischen Dorf das Leben der Bewohner, Landschaft und Architektur im Bild festgehalten. Foto: Dr. Martin Franz

Am Eingang des alten Schulhauses von Ciełuszki drängeln sich die Gäste. Über 200 sind gekommen, und längst nicht alle haben Platz in dem Klassenraum. Das alte Gebäude ist frisch renoviert und wird am 30. April mit der Fotoausstellung „Besuch in Ciełuszki“ feierlich wiedereröffnet. Auf den Bildern sind die Bewohner des Dorfes zu sehen, ihre bunt verzierten Holzhäuser und der Fluss Narew an dem das Dorf liegt.

Die Bilder stammen von dem Fotografen Dr. Martin Franz aus Münster. Er steht inmitten des Trubels und freut sich über die große Beachtung, die seine Bilder finden. Das Lokalfernsehen ist gekommen sowie ein paar Reporter von Lokalzeitungen, auch viele Gäste aus der Umgebung, denn das kleine Dorf Ciełuszki hat selbst nur noch 80 Einwohner, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Zum Glück ist Christof Leidner dabei, sein Freund von der Deutsch-Polnischen Gesellschaft in Hamburg, der fließend polnisch spricht und mal wieder unermüdlich übersetzt.

Drei Besuche zu drei Jahreszeiten

Seit 2016 hatte Franz diese Region in Podlachien ganz im Osten Polens drei Mal besucht, im Herbst, Winter und Frühling. Ihn begeisterte das Straßendorf mit den vielen gut erhaltenen Holzhäusern, das Leben auf der Straße und in den Höfen sowie die Menschen, die ihre traditionelle Landwirtschaft pflegen.

Dazu kam, dass die freundlichen Menschen ihn fotografieren ließen, obwohl er kein Polnisch und sie kein Deutsch konnten. Vom Dorf ging sein Blick über das wei te Narewtal mit großen Über schwemmungszonen, Sumpf wiesen, Schilf und vielen Nebenarmen des Flusses.

Dorfstruktur im Wandel

2018 hatte ihn die Dorfvorsteherin um die Eröffnung des sanierten Schulhauses mit seiner Fotoausstellung gebeten. In den drei Jahren seines Fotoprojektes hatte er beobachtet, wie sich die Dorfstruktur veränderte. Landflucht ist ein ernstes Problem und mit den alten Leuten verschwinden auch die traditionellen Arbeitstechniken.

Franz: „In meinen Bildern hatte ich die schönen Holzhäuser und ein wenig von dem traditionellen Dorfleben festgehalten. Die Ausstellung würde den Dorfbewohner vielleicht deutlich machen, wie schön ihr Dorf in den Augen eines fremden Fotografen wirkt.”

Die Ausstellung würde den Dorfbewohner vielleicht deutlich machen, wie schön ihr Dorf in den Augen eines fremden Fotografen wirkt.

Dr. Martin Franz

Für das deutsche Publikum lässt Franz die Schönheit dieses Landstriches und die traditionelle Lebensweise seiner Bewohner in einer Bildershow aufleben, die er in Kooperation mit der Na bu-Naturschutzstation Müns terland am heutigen Dienstag (26. November) auch in Münster zeigt.

Zum Thema

Der Vortrag „Ostpolnisches Kleinod – das Tal der oberen Narew und seine Dörfer“ ist ab 19 Uhr im Gesundheitshaus, Gasselstiege 13, zu sehen. Der Eintritt ist frei.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7088928?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker