Nach Brand am Albersloher Weg
Verdacht auf versuchten Mord: Staatsanwaltschaft klagt Hotelchef an

Münster -

Die Staatsanwaltschaft Münster hat gegen den 36-jährigen ehemaligen Leiter des Hotels "B&B Hotel" am Albersloher Weg Anklage wegen des Verdachts des versuchten Mordes, der besonders schweren Brandstiftung mit versuchter Todesfolge und der gefährlichen Körperverletzung beim Landgericht Münster erhoben. 

Mittwoch, 27.11.2019, 12:30 Uhr aktualisiert: 27.11.2019, 13:11 Uhr
Nach Brand am Albersloher Weg: Verdacht auf versuchten Mord: Staatsanwaltschaft klagt Hotelchef an
Beim Brand im B&B Hotel Münster-Hafen in der Nacht zum 11. August mussten zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehr ausrücken. Foto: hpe

Die Staatsanwaltschaft Münster wirft dem Angeschuldigten vor, dass er in den frühen Morgenstunden des 11. August 2019 ( wir berichteten) im Schlafzimmer der von ihm genutzten Wohnung in dem Hotelgebäude am Albersloher Weg versucht haben soll, seine geschiedene Ehefrau zu töten. Hierzu soll der Angeschuldigte die in der konkreten Situation vor ihm stehende Frau unvermittelt mit Benzin übergossen und angezündet haben, heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft Münster.

Die von Zeugen alarmierte Feuerwehr musste die – vermutlich von dem Angeschuldigten zuvor abgeschlossene - Tür zu der Wohnung aufbrechen und fand die durch schwere Brandverletzungen bereits lebensgefährlich verletzte Frau nahezu leblos und auf dem Boden liegend vor, heißt es weiter.

Schwerste Verletzungen

Nach einer unverzüglichen Reanimation durch den Notarzt wurde die Frau in einer Spezialklinik im künstlichen Koma intensivmedizinisch behandelt. Sie erlitt durch den Brand schwerste Verbrennungen, konnte zwischenzeitlich aber im Krankenhaus als Zeugin vernommen werden. Mittlerweile befindet sie sich laut Staatsanwaltschaft in einer Rehabilitationsklinik.

Der Angeschuldigte und dessen ehemalige Ehefrau hatten nach dem Ergebnis der Ermittlungen mit ihrem gemeinsamen Sohn einen Urlaub bis zum 10. August 2019 und auch den Abend des 10. August zusammen verbracht. Möglicherweise bemühte sich der Angeschuldigte um eine Besserung der Beziehung zu seiner ehemaligen Frau; aufgrund welcher konkreten Motivation heraus der Angeschuldigte gleichwohl den Entschluss gefasst haben soll, seine ehemalige Frau zu töten, ist bislang nicht geklärt, heißt es weiter.

Vorwürfe bestritten

Der durch den Brand leicht verletzte Angeschuldigte hat in einer polizeilichen Vernehmung die erhobenen Vorwürfe bestritten. Er hat laut Pressemitteilung angegeben, dass es in der Nacht zunächst unvermittelt aus Richtung der Klimaanlage geknallt habe, er dann die Klimaanlage ausgeschaltet habe und nachfolgend der Strom ausgefallen sei. In diesem Moment sei seine ehemalige Frau bereits brennend aus dem in Flammen stehenden Schlafzimmer gekommen. Weitere Angaben hat der Angeschuldigte nachfolgend nicht mehr getätigt, heißt es weiter.

Durch das Feuer wurden unter anderem der Wand- und Deckenbereich im Schlafzimmer beschädigt und Fenster sowie Türelemente zerstört. Der beauftragte Brandsachverständige hat eine technische Ursache für das Brandgeschehen nicht festgestellt. Das Landgericht Münster hat über die Zulassung der Anklage zu entscheiden, heißt es abschließend.

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