Fund in Gronauer K+K-Filiale
100 Kilogramm Kokain in Bananenkisten entdeckt

Gronau -

Mehrere Kilogramm Kokain sind am Mittwoch in einer Filiale der Supermarktkette Klaas und Kock in Gronau entdeckt worden. Das Rauschgift befand sich in einer Bananenkiste. Der Fund ist laut dem Zollfahndungsamt Essen Teil eines „massiven Schlags gegen den Drogenhandel”.

Freitag, 29.11.2019, 12:13 Uhr aktualisiert: 29.11.2019, 14:17 Uhr
Zwischen Bananen haben Mitarbeiter einer Gronauer K+K-Filiale mehrere Kilogramm Kokain entdeckt.
Zwischen Bananen haben Mitarbeiter einer Gronauer K+K-Filiale mehrere Kilogramm Kokain entdeckt. Foto: Zoll

Insgesamt 100 Kilogramm Kokain im Straßenverkaufswert von rund sieben Millionen Euro haben Zollfahnder in Bananenkisten im Emsland und Westfalen am Mittwoch sichergestellt.

Die Bananen waren demnach Teil einer Lieferung Bananen aus Kolumbien, die aus Südamerika per Kühlschiff nach Antwerpen und anschließend an einen Obstimporteur in das Ruhrgebiet geliefert worden waren. 

Kilo-Pakete aus Kolumbien

„Der Klassiker“, sagte Heike Sennewald, Sprecherin des zuständigen Zollfahndungsamts Essen, auf Nachfrage unserer Zeitung. Doch bei dem Drogendeal lief offenbar etwas schief. Denn ein Teil der Lieferung wurde weiter ausgeliefert an Supermärkte, wo beim Entladen der Bananenkisten die verdächtigen Pakete auffielen. Die daraufhin alarmierten Zollfahnder fanden in den Lieferungen insgesamt 100 Pakete mit je einem Kilogramm Kokain. Über Orte und Anzahl der betroffenen Filialen außerhalb Gronaus machten die Zollfahnder keine Angaben. Die Ermittlungen des Zollfahndungsamtes Essen dauerten an, hieß es.

Bei dieser Art und Weise des Drogenschmuggels handele es sich um eine „gängige Masche“, sagte Sennewald. Um an ihre Ware zu kommen, brächen die Empfänger der Drogen häufig bei den Großhändlern ein. Sie verwies auf den Fund von rund 190 Kilo Kokain Ende 2017 bei einem Obstimporteur in Duisburg. Die Drogen lagen damals ebenfalls in Bananenkisten aus Südamerika. 

Rekordmenge Kokain in Deutschland aufgespürt

Der Kokainschmuggel nach Deutschland hat enorme Ausmaße angenommen. Erstmals haben Ermittler in Deutschland mehr als zehn Tonnen Kokain in einem Jahr sichergestellt. Das Bundeskriminalamt (BKA) bestätigte der Deutschen Presseagentur in der vergangenen Woche einen entsprechenden Bericht des Norddeutschen Rundfunks für 2019. Er gehe davon aus, dass die Gesamtmenge am Jahresende noch deutlich höher liegen werde, sagte BKA-Kriminaldirektor Christian Hoppe dem Sender. Im Jahr 2014 hatte die Menge der sichergestellten Droge noch bei rund 1,5 Tonnen gelegen.

Fahnder gehen nach dem Bericht davon aus, dass das Kokain vor allem aus Südamerika kommt. In den Containerhäfen in Hamburg und Bremerhaven seien die größten Mengen der Drogen im laufenden Jahr sichergestellt worden.

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