Schüler forschen beim Projekt „Form Your Future“ der Uni Münster
Ein Fest für weniger Plastik

Münster -

Plastik im Alltag vermeiden? Klingt angesichts unserer verbreiteten Konsumgewohnheiten ganz schön schwierig. Ist es aber nicht: 30 Jugendliche erhielten beim „Zero-Waste-Fest“ des Projekts „Form Your Future“ im Experimentierlabor „MExLab“ der Uni Münster am Samstag ebenso simple wie wertvolle Tipps.

Montag, 02.12.2019, 11:00 Uhr aktualisiert: 03.12.2019, 12:52 Uhr
Die jugendlichen Teilnehmer des Projekts „Form Your Future“ veranstalteten Samstag ein Fest zur Plastikvermeidung an der Universität Münster. Dabei gab es viele Tipps für einen plastikfreien Alltag.
Die jugendlichen Teilnehmer des Projekts „Form Your Future“ veranstalteten Samstag ein Fest zur Plastikvermeidung an der Universität Münster. Dabei gab es viele Tipps für einen plastikfreien Alltag. Foto: Niklas Dietrich

Wenn Ben seine Forschungsergebnisse zum Thema Mikroplastik im Aasee vorträgt, könnte man meinen, er sei Dozent für Landschaftsökologie. „Wir haben ein großes Sieb ins Wasser gehalten, um Mikroplastikpartikel herauszufiltern.“

Das Ergebnis nach mehreren Proben sei schockierend gewesen. Nach seinen Berechnungen befinden sich in einem Kubikmeter Wasser des Aasee-Zulaufs im Schnitt 1,2 Partikel Mikroplastik. „Das ist eine große Gefahr für die Tiere und Pflanzen.“ Ben ist aber kein Professor, sondern Schüler an der Primusschule und 15 Jahre alt.

Gemeinsam mit 30 weiteren Jugendlichen von fünf Schulen aus dem Umkreis stellt er am Samstagnachmittag beim „Zero-Waste-Fest“ des Projekts „Form Your Future“ im Experimentierlabor „MExLab“ der Uni Münster sein Projekt vor und gibt Tipps, wie man im Alltag weniger Plastik verschwendet.

Dabei erhalten Kinder aber auch Erwachsene Tipps für einen plastikfreien Alltag und können direkt vor Ort zur Tat schreiten: Unter anderem haben sie die Möglichkeit, Bienenwachstücher und Duschgel selbst zu machen, oder beim plastikfreien Showkochen von Profis zu lernen.

Juliane Rabe, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fach Angewandte Physik bei Professorin Cornelia Denz, die das Projekt leitet, hat die Nachwuchs-Wissenschaftler bei der Organisation unterstützt und ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Die Schülerinnen und Schüler haben sich jetzt 15 Monate außerhalb der Unterrichtszeit in Gruppen mit ihrem Thema beschäftigt. Wir haben ihnen dabei keine genauen Vorgaben gemacht, sondern standen ihnen mit weiteren Wissenschaftlern der Universität zur Seite.“

Besucher bekommen vor dem Rundgang im „MExLab“ einen Zettel mit Fragen in die Hand gedrückt. An einer Quiz-Station erklärt Max sein Projekt zu einer japanischen Falttechnik. „Das ganze Geschenkpapier, dass wir jedes Jahr benutzen, ist eine riesige Verschwendung“, sagt der 13-jährige Schüler und zeigt, wie man mit der „Furoshiki Technik“ aus Japan aus alten Halstüchern wunderschöne Verpackungen zaubern kann.

Zurück zu Ben. „Der größte Müllstrudel im Meer ist größer als Mitteleuropa“, trägt er weiter vor. Ihn hat das Thema jedenfalls gepackt. „Ich hoffe, dass durch unsere Projekte die Münsteraner das Problem erkennen“, schließt Ben seinen Vortrag ab.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7103723?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker