Zwei neue Bücher präsentiert
Vincke: Der Freiherrim Gespräch

Münster -

Zwei neue Editionsbände der Tagebücher von Ludwig Freiherr Vincke sind am Mittwochabend im Von-Vincke-Haus der Bezirksregierung präsentiert worden. In ihnen stehen nicht nur politische Geschehnisse im Vordergrund, sondern auch Ereignisse aus dem Privatleben.

Donnerstag, 05.12.2019, 21:30 Uhr
Präsentierten die Bücher (v.l.): Prof. Dr. Hans-Joachim Behr (Bearbeiter), Silke Haunfelder und Dr. Dirk F. Paßmann (beide Aschendorff Verlag), Bernd König (Bezirksregierung Münster), Prof. Dr. Mechthild Black-Veldtrup (Landesarchiv NRW), Dr. Christine Schedensack (Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens) und Dr. Burkhard Beyer (Historische Kommission für Westfalen).
Präsentierten die Bücher (v.l.): Prof. Dr. Hans-Joachim Behr (Bearbeiter), Silke Haunfelder und Dr. Dirk F. Paßmann (beide Aschendorff Verlag), Bernd König (Bezirksregierung Münster), Prof. Dr. Mechthild Black-Veldtrup (Landesarchiv NRW), Dr. Christine Schedensack (Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens) und Dr. Burkhard Beyer (Historische Kommission für Westfalen). Foto: Matthias Ahlke

Am 2. Dezember jährte sich zum 175. Mal der Todestag Ludwig Freiherr Vinckes, der ab 1815 erster Oberpräsident der preußischen Provinz Westfalen und zugleich Regierungspräsident in Münster war. Was Vincke von vielen bedeutenden Zeitgenossen unterscheidet, ist die Tatsache, dass er bis zu seinem Tode 1844 nahezu 55 Jahre Tagebuch geführt hat. Die 24 erhaltenen Bände sind eine der bedeutendsten Quellen zur Geschichte Westfalens im 19. Jahrhundert. Dabei standen nicht nur politische Geschehnisse im Vordergrund, sondern auch Ereignisse aus seinem privaten Bereich.

Ein Grund, sich jetzt wieder mit Vincke zu beschäftigen, war die Vorstellung der beiden neuesten Editionsbände seiner Tagebücher. Im Rahmen einer szenischen Aufführung offenbarte dabei der bekannte Kabarettist und Rezitator Markus von Hagen zusammen mit seiner Frau Marion Informatives wie Amüsantes aus Vinckes Leben. Auf der Grundlage eines erdachten Interviews anlässlich des 150. Todestages 1965 wurde die Zeit zurückgedreht, zeitgenössische Themen wurden „nachgespielt“. Akzentuiert in der Sprache, häufig nachdenklich im Duktus, gestenreich um größtmögliche Authentizität bedacht, wusste das Ehepaar von Hagen die mit über 80 Gästen gut besuchte Veranstaltung im Von-Vincke-Haus der Bezirksregierung am Domplatz am Mittwochabend zu begeistern.

Durch den informativen Abend führte mit gewohnt fachkundigen Erläuterungen Prof. Dr. Mechthild Black-Veldtrup.

Mittlerweile sind in der Tagebuchedition acht Bände erschienen, vier davon unter der akribischen Bearbeitung des ehemaligen Staatsarchivleiters Professor Hans-Joachim Behr, der sich sehr freute, dass er kurz vor Vollendung seines 90. Geburtstags den elften Band vorlegen konnte, der die letzten fast fünf Lebensjahre Vinckes beinhaltet. 1994 hatte Behr die mustergültige Edition angestoßen.

Herausgegeben werden die Bände von der Abteilung Münster des Vereins für Geschichte und Altertumskunde, der Historischen Kommission für Westfalen und dem Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Westfalen. Die Forschung freut sich bereits jetzt auf weitere Bände, die in den kommenden Jahren im Aschendorff Verlag zur Veröffentlichung anstehen werden.

Zum Thema

Hans-Joachim Behr/ Christine Schedensack (Bearb.): Die Tagebücher des Ludwig Freiherrn Vincke 1789-1844, Band 11: 1840-1844, 74 EUR, ISBN 978-3-402-15750-3, Ludger Graf von Westphalen (Bearb.); Die Tagebücher des Ludwig Freiherrn Vincke 1789-1844, Band 7: 1813-1818, 86 EUR, ISBN 978-3-402-15746-6)

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