Was die „S-Bahn Münsterland“ für den Kreis Warendorf bedeutet
Alle 20 Minuten nach Münster

Kreis Warendorf -

Mit Volldampf voranbringen will der Kreis Warendorf das geplante S-Bahn-Netz im Münsterland. „Für den Kreis Warendorf sind zwei Punkte wichtig“, sagte Landrat Dr. Olaf Gericke im Kreisausschuss: die Reaktivierung der WLE und Verbesserungen auf der Strecke von Münster über Warendorf nach Rheda-Wiedenbrück.

Freitag, 06.12.2019, 17:05 Uhr
Auf der Strecke von Warendorf nach Münster sollen die Züge demnächst dreimal stündlich fahren. Auch das ist – wie die WLE – ein Bestandteil des Projektes „S-Bahn Münsterland“.
Auf der Strecke von Warendorf nach Münster sollen die Züge demnächst dreimal stündlich fahren. Auch das ist – wie die WLE – ein Bestandteil des Projektes „S-Bahn Münsterland“. Foto: Lins

„Auf der Bahnlinie 67 sollen die Züge im Jahr 2030 dreimal pro Stunde fahren.“ Alle 20 Minuten ein Zug nach Münster – das sei eine riesige Verbesserung, denn jetzt fahre die Eurobahn nur einmal stündlich. Weil die Linie parallel zur B 64 eingleisig sei, müsste der Begegnungsverkehr neu organisiert werden.

Die WLE (Westfälische Landeseisenbahn – von Sendenhorst nach Münster) soll einen neuen Namen bekommen und „S 8“ heißen. „Die WLE wird das erste Projekt des S-Bahn-Modells sein“, so Gericke, der betonte, es sei beabsichtigt, den Zug über Sendenhorst und Beckum weiter bis nach Südwestfalen fahren zu lassen.

Die WLE wird das erste Projekt des S-Bahn-Modells sein und dann zur S8 werden.

Dr. Olaf Gericke

„Das ist ein Meilenstein, weil wir den Hebel umlegen.“ Diese geschehe zum einen durch die Taktverdichtung, zum anderen durch die Verknüpfung verschiedener Strecken. „Wir dürfen das Auto trotzdem nicht verteufeln“, warnte Gericke, „denn wir brauchen auch Umgehungsstraßen.“

Detlef Ommen (SPD) forderte, den Druck auf die Bahn zu erhöhen, damit auf der Strecke Münster-Warendorf endlich Bahnübergänge geschlossen würden – und so eine höhere Geschwindigkeit erreicht werden könnte.

Dorothee Nienkemper (FWG) gab zu bedenken, dass schon heute Lokführer und Bahnbegleiter fehlten. „Bislang kann ich kein Personalkonzept erkennen.“

Guido Gutsche (CDU) wertete das S-Bahn-Projekt als einen „richtig großen Aufschlag“. Der Kreis dürfe sich aber nicht nur um die Haupttrassen kümmern. „Die kleineren Orte sind oft über kleinerer Einheiten besser zu vernetzen.“ Der Stadt Münster riet Gutsche, mehr Pendler-Parkplätze zu schaffen.

Valeska Grap (Grüne) bezeichnete das S-Bahn-Projekt als guten Beitrag zur Verkehrswende.

Und selbst für Markus Diekhoff (FDP), der stets ein Gegner der WLE war, ist das S-Bahn-Konzept nun „der richtige Weg“. Der Liberale freut sich über neue Fördertöpfe und regt eine Kooperation mit dem Batterieforschungszentrum in Münster an – unter anderem, um Visionen wie „Autonomes Fahren“ umzusetzen.

Eine solche Maßnahme sei bereits eingestielt, reagierte Gericke. Zusammen mit der RVM werde der Kreis künftig einen Elektro-Kleinbus einsetzen – ein Modellprojekt.

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