Kommentar
Punktsieg für OB-Kandidat Michael Jung

Münster -

Der Vorschlag von SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung, das am Hafen geplante E-Center durch eine Markthalle zu ersetzen, hat neue Bewegung in die festgefahrenen Gespräche zwischen der Stadt und der Unternehmerfamilie Stroetmann gebracht. Ein Erfolg für den OB-Kandidaten. Ein Kommentar.

Sonntag, 08.12.2019, 16:00 Uhr
Dr. Michael Jung 
Dr. Michael Jung  Foto: Matthias Ahlke

Die Freude im Gesicht des SPD-Fraktionschefs Dr. Michael Jung war unverkennbar, als er in dieser Woche das überraschende Verhandlungsergebnis präsentierte: Jungs Vorschlag, das am Hafen geplante E-Center durch eine Markthalle zu ersetzen, hat neue Bewegung in die festgefahrenen Gespräche zwischen der Stadt und der Unternehmerfamilie Stroetmann gebracht. Es gibt wieder berechtigte Hoffnung, dass der aktuelle Stillstand auf der Baustelle kein Dauerzustand bleibt.

Warum hat sich Jung so ins Zeug gelegt?, kann man trefflich fragen. In gewisser Weise hilft der SPD-Fraktionschef dem zerstrittenen schwarz-grünen Ratsbündnis aus der Patsche. Nicht alle in der SPD finden das gut, zumal es für die größte Oppositionspartei im Rat durchaus einen Charme haben könnte, die stillgelegte prominente Baustelle im Wahljahr 2020 als politisches Faustpfand zu benutzen, um der CDU-geführten Stadtverwaltung ihr Versagen vorhalten zu können.

Doch Michael Jung ist auch Oberbürgermeisterkandidat der SPD. Und in dieser Funktion war es ganz offenbar sein Anliegen, seine Management-Qualitäten einmal öffentlich zu demonstrieren. In der Tat kann er jetzt etwas vorweisen: Die neue Hafen-Markt-Planung trägt eine klare SPD-Handschrift, der CDU forderte Jung Zugeständnisse ab, die Grünen verbannte er in die Schmollecke. Vor allem aber sandte er an die Wirtschaft das Signal: „Mit mir kann man reden.“

Schon macht im Rathaus die Frage die Runde: „Warum kam dieser Vorschlag nicht vom Oberbürgermeister?“ Da kann man sich Jungs Grinsen so richtig vorstellen.

Hafencenter - Chronologie eines umstrittenen Projekts

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  • So sah es am Hansaring 2016 noch aus: Das alte Postgebäude stand noch. An seiner Stelle sollte ein Einkaufszentrum entstehen.

    Foto: Oliver Werner
  • Nach dem Abriss ist Blick vom Hansaring auf die Osmohallen freigegeben.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Für einen Paukenschlag sorgte das Oberverwaltungsgericht Münster im April 2018: Es kippte den Bebauungsplan für das Hafencenter-Gelände.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Bagger rollten trotzdem an.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Da die Stadt die Baugenehmigung für das Hafencenter nicht zurückzog, konnten die Bauarbeiten weitergehen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Im Sommer 2018 wurde die Bodenplatte für das Einkaufszentrum fertig.

    Foto: Oliver Werner
  • Am 1. Februar stoppte das OVG Münster dann die Bauarbeiten, indem es die aufschiebende Wirkung der Klage gegen die Baugenehmigung bestätigte.

    Foto: Matthias Ahlke
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