Malteser helfen Menschen ohne Krankenversicherung
240 Patienten bis November

Münster -

Rund 240 Menschen ohne Krankenversicherung nahmen bis Anfang November die Hilfe der Malteser in Münster in Anspruch. Darunter sind auch immer mehr deutsche Patienten.

Dienstag, 10.12.2019, 09:00 Uhr
Dr. Gabrielle von Schierstaedt (l.) von den Maltesern freut sich, dass die Zusammenarbeit mit Stefanie Meyer und Jana Büker von der Clearingstelle so gut funktioniert.
Dr. Gabrielle von Schierstaedt (l.) von den Maltesern freut sich, dass die Zusammenarbeit mit Stefanie Meyer und Jana Büker von der Clearingstelle so gut funktioniert. Foto: pd

Die Frage nach der Versicherungskarte gehört zum Ersten, was Patienten in Arztpraxen nach der Begrüßung hören. Doch was, wenn man über keine Versicherung verfügt? In diesem Jahr wurden bis Anfang November bereits 240 Untersuchungen von Patienten in der Malteser-Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung (MMM) in Münster durchgeführt. Damit bewegen sich die Malteser auf dem Niveau der Vorjahre, berichten sie in einer Pressemitteilung.

Größtes Problem, so Dr. Gabrielle von Schierstaedt, Ärztin und Projektkoordinatorin, sei die Finanzierung dieses rein ehrenamtlichen Hilfsangebotes. „Ohne Spenden könnten wir diese medizinische Hilfe nicht leisten.“ Allerdings hätte sich seit der Kooperation mit der Clearingstelle „Klar für Gesundheit“ der Caritas Münster und der Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender seit Oktober 2016 die Situation für viele Patienten deutlich verbessert.

Medizinische und rechtliche Hilfe

Die größte Zahl der Patienten stamme wie in den früheren Jahren aus südosteuropäischen EU-Ländern, besonders Bulgarien und Rumänien. Die Anzahl der deutschen Patienten, so von Schierstaedt, sei in den vergangenen zwei Jahren aber deutlich angestiegen und liege mittlerweile bei etwa 30 Prozent. Ohne die Zusammenarbeit mit der Clearingstelle wäre vieles gar nicht mehr vom Malteser-Team leistbar.

Im Grunde gehe es darum, das Dickicht aus Gesetzen und Paragrafen zu lichten und berechtigte Ansprüche durchzusetzen. Bei Deutschen ohne Krankenversicherung sei das mittlerweile kaum noch ein Problem, bei Ausländern aber deutlich schwieriger. Ganz schwierig gestalte sich die Arbeit mit Patienten ohne geklärten Aufenthaltsstatus, immerhin rund zehn Prozent der Fälle.

Bitte um finanzielle Unterstützung

Die Behandlung in der Sprechstunde sei grundsätzlich für Patienten ohne Krankenversicherungsschutz kostenfrei, heißt es weiter. Zur Finanzierung seien die Malteser auf Spenden angewiesen (Spendenkonto: Pax Bank, IBAN: DE89 3706 0120 1201 2140 13, Stichwort: MMM).

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