Raubüberfall
Bewusstseinsverlust durch Einnahme der Beute - Angeklagter verrät Mittäter

Münster -

Ein 43-Jähriger Münsteraner ist wegen Raubüberfalls angeklagt. Nun hat er ein Geständnis abgelegt und zudem einen Bekannten belastet. Dieser sei die treibende Kraft bei dem Überfall gewesen.

Mittwoch, 11.12.2019, 18:30 Uhr aktualisiert: 11.12.2019, 19:11 Uhr
Landgericht Münster 
Landgericht Münster  Foto: dpa

Im Strafverfahren gegen einen 43-jährigen Mann aus Münster, dem vorgeworfen wird, im Juni dieses Jahres mit einem bislang unbekannten Mittäter einen Mann in dessen Wohnung überfallen und ausgeraubt zu haben, hat der Angeklagte die Identität seines Komplizen nun preisgegeben.

Im Rahmen seines umfassenden Geständnisses erklärte der 43-Jährige, dass der Mittäter ein alter Bekannter von ihm sei, der etwa seit Mai 2019 gelegentlich bei ihm übernachtet habe. Dieser habe auch die Idee gehabt, den Mann, bei dem es sich um den Nachbarn des Angeklagten handelt, zu überfallen.

Mit Küchenmesser bewaffnet

Der Kinderhauser, der zu dem Geschädigten ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis pflegte, habe dabei als Türöffner fungiert. Sein Bekannter hatte sich hingegen mit einem Schal vermummt und mit einem Küchenmesser bewaffnet.

Während der Angeklagte sich in der Wohnung des Geschädigten ruhig verhielt, hatte der Mittäter das 52-jährige Opfer mit dem Messer bedroht und die Herausgabe von Bargeld und Drogen verlangt. Der Bedrohte durchläuft schon seit 15 Jahren eine Substitutionstherapie, er konnte nur Methadon sowie 220 Euro Bargeld herausgeben.

Aus Angst geschwiegen

Der Angeklagte gab an, dass er die Identität seines Mittäters bisher aus Angst verschwiegen hatte. „Er ist sehr gewalttätig und unberechenbar. Er nimmt sich, was er will“, so der 43-jährige. Sicherlich habe er selbst zu diesem Zeitpunkt Geld auch gut gebrauchen können, seine Motivation sich an dem Überfall zu beteiligen, sei aber nicht zuletzt darin begründet gewesen, seinen aggressiven Kumpanen während der Tat im Zaum zu halten.

Anstatt sich aber um seinen schwer lungenkranken Nachbarn nach der Tat zu kümmern, war der Angeklagte mit seinem Kumpanen in einen Park geflohen, um Bier zu trinken. Der 43-Jährige trank dabei auch eine der entwendeten Methadonfläschchen, um sich zu beruhigen. Die Dosis war dabei allerdings so hoch, dass er das Bewusstsein verlor und erst im Krankenhaus wieder aufwachte. Nach einer zweiwöchigen Entgiftung hatte die Polizei ihn dann verhaftet. Die Verhandlung wird am Mittwoch (18. Dezember) fortgesetzt.

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