Stadtbücherei-Workshop
Yoga in der Stadtbücherei?

Münster -

2000 Menschen kommen Tag für Tag in die münsterische Stadtbücherei. 2018 waren es insgesamt 784 961 Personen. Ausgeliehen wurden 1 569 448 Medien. Da verwundert es kaum, dass der Workshop zur Zukunft des Lese- und Begegnungshauses am Alten Steinweg mit einem „Feuerwerk der Ideen“ endete.

Donnerstag, 12.12.2019, 13:00 Uhr
Die Besucher, die sich für den Workshop angemeldet hatten, dachten intensiv nach, diskutierten konstruktiv – und haben allein schon dadurch die Stadtbücherei am Alten Steinweg ein weiteres Stück vorangebracht.
Die Besucher, die sich für den Workshop angemeldet hatten, dachten intensiv nach, diskutierten konstruktiv – und haben allein schon dadurch die Stadtbücherei am Alten Steinweg ein weiteres Stück vorangebracht. Foto: Bettina Laerbusch

Stefanie Dobberke freut sich. Sehr sogar. Die Leiterin der Stadtbücherei, seit April ist sie an Bord, wertete am Mittwochmorgen den Workshop im „World-Café“-Format, der am Abend zuvor am Alten Steinweg stattgefunden hatte, als vollen Erfolg. Was wünschen sich die Nutzer von ihrer Bücherei? Welche Angebote sollte das Haus vorhalten? Welche Aktivitäten soll es geben? Wie schätzen sie die Bedeutung der Digitalisierung ein? Und welche Raumkonzepte wünschen sich die Besucher?

Das waren die Kernfragen, mit denen sich um die 60 Frauen und Männer, die sich angemeldet hatten, sich zumeist nicht untereinander kannten und mehreren Generationen angehörten, beschäftigten.

Um es an dieser Stelle vorwegzunehmen: 2000 Menschen kommen Tag für Tag, montags bis samstags, in die münsterische Stadtbücherei. Im Jahr 2018 waren es insgesamt 784 961 Personen. Ausgeliehen wurden im selben Jahr 1 569 448 Medien. Als „stille Riesen“ bezeichnete denn auch Andreas Mittrowann, der den Abend moderierte, die öffentlichen Stadtbüchereien.

Nach einer kurzen Einführung versammelten sich die Teilnehmer an sechs Tischen, die im Eingangsbereich der Stadtbücherei aufgebaut waren. 15 Minuten saßen sie jeweils zusammen und ließen ihre Ideen sprudeln. Dann ertönte eine Glocke und die Denkenden und Ideengeber setzen sich an einem der Tische neu zusammen.

Die Hauptwünsche, die sich herauskristallisierten, sind, so Stefanie Dobberke, diese:

►Die Teilnehmer möchten auch weiterhin in die Entwicklung der Stadtbücherei einbezogen werden. Dobberke: „Dem folgen wir sehr, sehr gerne.“

► Die Männer und Frauen möchten, dass die Öffnungszeiten ausgeweitet werden. Auch sonntags, wünschen sie sich, könnte die Bücherei öffnen. Bisher sehen die Öffnungszeiten wie folgt aus: montags bis freitags von 10 bis 19 Uhr, samstags von 10 bis 18 Uhr. Voll Berufstätige schlössen diese Öffnungszeiten quasi aus, so Stefanie Dobberke.

► Das Digitalangebot der Stadtbücherei sei als gut eingestuft worden, erläuterte die Leiterin am Morgen danach; ganz deutlich sei darüber hinaus gesagt worden, dass das digitale Angebot das Zusammenkommen in der Bücherei und die Teilhabe nicht ersetzen dürfte und könne. Im Gegenteil: „Es wurde der Wunsch nach mehr Aktivitäten geäußert, nach Kursen und Veranstaltungen im Bereich Kreatives, Innovation und Experimentelles.“ Die Stichworte Tonstudio oder Yogakurse nennt Stefanie Dobberke. Hier könne die Bücherei auch mit anderen Anbietern zusammenarbeiten.

► Gewünscht wurde zudem, dass in der Bücherei „ausgesprochene Ruhezonen vorgehalten werden“.

„Da stecken jetzt viele Aufgaben für uns drin“, so die Leiterin, „vieles deckt sich auch mit unseren Einschätzungen.“ Übrigens: Laut Andreas Mittrowann, der unter anderem als freier Berater für Bibliotheken arbeitet, besuchen jährlich 120 Millionen Menschen eine öffentliche Bücherei.

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