Stadion-Debatte im Rat
„40 Millionen Euro werden bei Weitem nicht ausreichen“

Münster -

Die sportliche Talfahrt der Preußen nutzte im Rat kein Kommunalpolitiker, um die Stadionmodernisierung infrage zu stellen. Einigkeit über das weitere Vorgehen herrschte dennoch nicht.

Donnerstag, 12.12.2019, 08:15 Uhr aktualisiert: 12.12.2019, 12:39 Uhr
Stadion-Debatte im Rat : „40 Millionen Euro werden bei Weitem nicht ausreichen“
Eine Modernisierung der in die Jahre gekommenen Arena an der Hammer Straße steht bei Münsters Kommunalpolitikern außer Frage. Foto: Gunnar A. Pier

Immerhin in einem Punkt schien sich die Ratspolitik bei der Stadion-Debatte am Mittwochabend einig zu sein: Dem sportlich in schweren Turbulenzen steckenden Fußball-Drittligisten Preußen Münster wünschten die Politiker im Abstiegskampf viel Erfolg. Die triste sportliche Situation nutzte überdies kein Ratsvertreter, um die Modernisierung der in die Jahre gekommenen Arena an der Hammer Straße jetzt grundsätzlich infrage zu stellen.

40-Millionen-Euro-Projekt

Doch in der Bewertung des gegenwärtigen Planungsstandes gingen die Meinungen zwischen dem schwarz-grünen Ratsbündnis und den übrigen Parteien deutlich auseinander. „Bevor die Bagger kommen können, muss vernünftig geplant werden“, verteidigte Grünen-Ratsherr Christoph Kattentidt den schleppend wirkenden Fortgang bei dem geplanten 40-Millionen-Euro-Projekt.

„Mehr als enttäuschend“ bezeichnete dagegen SPD-Sportpolitiker Philipp Hagemann die Situation. Er sprach sich erneut für mehr Gestaltungsmöglichkeiten für den Verein in Form von Logen und Businessplätzen aus – „nicht an nebulöse Voraussetzungen geknüpft“. Zugleich meldete Hagemann Zweifel am Finanzrahmen an: „40 Millionen Euro als Orientierungshilfe werden bei Weitem nicht ausreichen.“ Mit diesem Betrag soll den Planungen zufolge das Stadion modernisiert und die Infrastruktur an der Hammer Straße samt Bahnhaltepunkt vorangebracht werden.

Bezirksregierung meldet Bedenken an

Konkret ging es darum, der Preußen-Kapitalgesellschaft, in die die Profimannschaft überführt worden ist, einen EU-beihilfekonformen Zuschuss in Höhe von exakt 916.020 Euro zu gewähren. Damit sollen Unterhalt und Betrieb der Sportstätte im kommenden Jahr abgesichert werden, wie es zuvor über den Verein selbst und die Stadt der Fall war.

Kämmerer Alfons Reinkemeier wies vor der Aussprache darauf hin, dass die Bezirksregierung Bedenken an diesem Vorgehen angemeldet hat. Man befinde sich deshalb in Klärung einzelner beihilferechtlicher Fragen. Deshalb knüpfte Schwarz-Grün diesen Zuschuss „als notwendige Voraussetzung“ an eine rechtlich saubere Umstellung des Vertrags und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Kapitalgesellschaft. Schließlich wurde die Beschlussvorlage, die auch weitere Planungsschritte beinhaltet – etwa die Gründung einer Stadiongesellschaft zu prüfen – mit den Stimmen von CDU, Grünen und AfD auf den Weg gebracht, bei Enthaltungen von SPD und Linken.

Zufriedenheit herrschte bei den Vertretern von Preußen Münster: „Gut, so kommen wir wieder einen Schritt weiter“, erklärte Aufsichtsratschef Frank Westermann. Schließlich sollen alsbald schon Zwischenergebnisse einer Machbarkeitsstudie zum Stadion-Umbau vorgestellt werden.

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