Kommentar zur B-Side
Es fehlt der Oberstadtdirektor

Münster -

Die Initiative B-Side fühlt sich von der Stadt hintergangen, weil sie nun nicht Eigentümer sondern nur Mieter des alten Hill-Speichers werden soll. Die Ratsparteien möchten auf Nummer sicher gehen und haben festgelegt, dass das Gebäude in städtischer Regie umgebaut wird – und dann auch als städtische Immobilie geführt wird. Ein Kommentar.

Sonntag, 15.12.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 15.12.2019, 17:58 Uhr
 
  Foto: kri

Erwartungsmanagement ist ein Begriff, der in jedes Seminar für Führungskräfte gehört. Wie schlechtes Erwartungsmanagement aussieht, dazu liefert derzeit das Kulturprojekt B-Side Anschauungsunterricht.

Jahrelang pilgerten münsterische Politiker mit Oberbürgermeister Markus Lewe an der Spitze zum Hafen, um den Engagierten der B-Side zu versichern, was für tolle Arbeit sie leisten. Parallel dazu lief bei der Stadtverwaltung eine nüchterne Prüfung der Frage, ob Finanzkraft und Organisationsstruktur der B-Side reichen, um – als Eigentümer – ein Projekt zu stemmen, in das weit über fünf Millionen Euro Steuergeld fließen sollen. Die Antwort lautete: Nein.

Der Aufschrei nach dieser Absage ist nachvollziehbar, denn Politik und Oberbürgermeister hatten ja systematisch die Erwartung genährt, dass alles im grünen Bereich sei. Ist es aber nicht. Früher gab es das Amt des Oberstadtdirektors, der die Aufgabe hatte, euphorisierte Politiker immer wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen. Ein Oberstadtdirektor fehlt im Rathaus an allen Ecken und Kanten.

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