Geschichtsort feiert Geburtstag
Matinee: 20 Jahre Villa ten Hompel 

Münster -

Am 13. Dezember 1999 beschloss der Rat der Stadt die Gründung des Geschichtsorts Villa ten Hompel. Das 20-jährige Bestehen wurde jetzt bei einer Matinee gewürdigt.

Montag, 16.12.2019, 08:00 Uhr
Wegbereiter, Begleiter und Ehrenamtliche der Villa ten Hompel (v.l.): Alfons Kenkmann, Tilman Pünder, Franka Aldeborg und Christoph Spieker
Wegbereiter, Begleiter und Ehrenamtliche der Villa ten Hompel (v.l.): Alfons Kenkmann, Tilman Pünder, Franka Aldeborg und Christoph Spieker Foto: Andreas Hasenkamp

In die Zukunft wies die Matinee zum 20-jährigen bestehen der Villa ten Hompel. Im Foyer bat der Geschichtsort um Gedanken der Besucher, um Aufträge: Woran man forschen solle in den nächsten fünf Jahren, wie man vermitteln solle. Und das Gespräch über die Entstehung des Geschichtsortes mit dem ehemaligen Oberstadtdirektor Tilman Pünder führte die jüngste Mitarbeiterin der Villa und jüngste Teilnehmerin: Franka Aldenborg, die gerade ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolviert.

Der Wunsch nach einem solchen Geschichtsort mit einer Kombination aus Forschung, Vermittlung und Dokumentation sei 1995 aus der Zivilgesellschaft gekommen, aus einem Kreis von Erziehungswissenschaftlern und Historikern. Die Politik habe ihn dann aufgegriffen, erinnerte sich Pünder, der bis 1997 mit „dem Für und Wider“ befasst war. „Finanzielle Sorgen haben das ganze Projekt begleitet.“ Anfänglich stellte sich die Frage, ob es nicht Sache des Landes sei, in dessen Eigentum auch die Villa war. Der Beschluss zur Gründung fiel am 13. Dezember 1999.

Applaudiert wurde dem kürzlich erfolgten Beschluss des Rates der Stadt Münster, den Geschichtsort eine weitere Stelle mit Vermittlungsaufgaben zu bewilligen. Alfons Kenkmann, erster Leiter der Villa ten Hompel, betonte den Stellenwert solcher Institutionen als Ergänzung der universitären Forschung. Lehrstühle zur Geschichte des Nationalsozialismus gebe es nur noch zwei in Deutschland; die Lehrstühle für Zeitgeschichte könnten sich wegen immer neuer Themen weniger um diese Zeit kümmern.

Schüler aller Schulformen stellen heute etwa 80 Prozent der Besucher. Die Villa ten Hompel setzt stark darauf, Jugendlichen einen Zugang über das Schicksal von Gleichaltrigen zu eröffnen. Und das gelinge auch. Zur Matinee waren „viele Menschen gekommen, die den Anfang mitgestaltet haben“, so Spieker, Leiter seit 2003; auch aus dem Förderverein.

Hingewiesen wurde auch auf die am 20. Januar beginnende Sonderausstellung. „Einige waren Nachbarn. Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand“ in Zusammenarbeit mit den „United States Holocaust Memorial Museum“.

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