Projekt der Kulturinitiative
OB Lewe verteidigt Vorgehen gegenüber B-Side: Geld – aber (vorerst) kein Eigentum

Münster -

Am Hafen brodelt es, seitdem die Stadt Münster entscheiden hat, den Hill-Speicher, in dem demnächst die Initiative B-Side einziehen soll, im Eigentum zu behalten.

Montag, 16.12.2019, 20:00 Uhr
Der alte Hill-Speicher soll umgebaut werden. Stadt und Land fördern den Umbau, damit hier ein sozio-kulturelles Zentrum der Initiative B-Side entstehen kann.
Der alte Hill-Speicher soll umgebaut werden. Stadt und Land fördern den Umbau, damit hier ein sozio-kulturelles Zentrum der Initiative B-Side entstehen kann. Foto: kal

Oberbürgermeister Markus Lewe hat den Beschluss der Stadt Münster verteidigt, dass der Kulturinitiative B-Side (vorerst) kein Eigentum am alten Hill-Speicher übertragen wird.

In einer Mitteilung des städtischen Presseamtes sagt Lewe: „Im Sinne der Gleichbehandlung mit anderen Kulturinitiativen und Vereinen müssen wir diesen Weg einschlagen. Der Ratsbeschluss sieht daher vor, das Gebäude zunächst im städtischen Eigentum zu belassen.“  Zugleich zeigte Lewe aber auch Verständnis für den Wunsch der B-Side, „zusätzlich auch Gebäudeeigentum zu bekommen“. Mit dem in der vergangenen Woche verabschiedeten Haushalt ist laut Oberbürgermeister jetzt auch die Finanzierung des Millionenprojektes klar.

Stadt gibt rund drei Millionen Euro

Damit bekräftigt die Stadt ihre Absicht, einen Teilbereich des ehemaligen Hill-Speichers am Hafen als so genannte Gemeinbedarfseinrichtung zu einem soziokulturellen Zentrum umzubauen und dem B-Side-Verein für einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren zur Verfügung zu stellen. Der andere Teil des Gebäudes, so schreibt es das Presseamt, soll durch den Ruderverein genutzt werden, der schon seit längerer Zeit „an der Startlinie“ steht. 

„Mit der Entscheidung des Rates ist eine gute Lösung gefunden worden, um das Projekt B-Side möglich zu machen – und zwar dauerhaft“, so Oberbürgermeister Markus Lewe. Es gehe um eine Förderung mit öffentlichen Mitteln in Höhe von 7,65 Millionen Euro, davon 4,59 Millionen Euro Fördergelder aus der Städtebauförderung des Landes. Der Eigenanteil der Stadt beträgt 3,06 Millionen Euro. „Das sind schon stolze Summen“ gibt der Oberbürgermeister zu bedenken. Nachdem anfangs von einem Eigenanteil der B-Side zwischen zehn und 20 Prozent gesprochen wurde, erfolgt jetzt eine 100-Prozent-Finanzierung durch Stadt und Land.

Finanzielle Basis gelegt

Der B-Side soll die Möglichkeit eingeräumt werden, nach Fertigstellung und Inbetriebnahme Teileigentümer des Gebäudes zu werden. „Mit diesem Ratsbeschluss bekommt das Projekt B-Side nun endlich eine sichere finanzielle Basis: der städtische Finanzierungsanteil hat sich von rund 1,5 Millionen auf 3,06 Millionen Euro verdoppelt – das entlastet den Verein B-Side, der ursprünglich die fehlenden 1,5 Millionen aus eigenen Mitteln hätte aufbringen müssen. Der Verein kann sich so besser auf die Arbeit seines sozio-kulturellen Zentrums konzentrieren, und ist von dem Druck der Gewinnerzielung etwa zur Rückzahlung von Krediten entlastet“, ist Stadtbaurat Robin Denstorff überzeugt. 

Der Förderantrag für das Projekt ist unmittelbar nach dem Ratsbeschluss beim Land NRW gestellt worden und wird voraussichtlich im Frühjahr entschieden. Als jüngst bekannt wurde, dass die Stadt Eigentümerin bleiben möchte, löste dies einen ganz erheblichen Unmut bei den Verantwortlichen der B-Side aus.

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