Kammerphilharmonie Amadé im Erbdrostenhof
Klangseligkeit auf demWeg zum Weihnachtsfest

Münster -

Wenn die Kammerphilharmonie Amadé nach Münster kommt, ist Weihnachten nicht mehr weit. Und trotz des großen musikalischen Angebots in Münster gelang es Dirigent Frieder Obstfeld und seinen 13 Musikerinnen und Musikern, den stimmungsvollen Erbdrostenhof am Montagabend nicht nur zu füllen, sondern das Publikum zugleich mit feinem Programm zwischen Renaissance, Barock und Wiener Klassik zu beseelen.

Dienstag, 17.12.2019, 19:51 Uhr
Die Kammerphilharmonie Amadé mit ihrem Dirigenten Frieder Obstfeld im Erbdrostenhof.
Die Kammerphilharmonie Amadé mit ihrem Dirigenten Frieder Obstfeld im Erbdrostenhof. Foto: Johannes Loy

Wenn die Kammerphilharmonie Amadé nach Münster kommt, ist Weihnachten nicht mehr weit. Und trotz des großen musikalischen Angebots in Münster gelang es Dirigent Frieder Obstfeld und seinen 13 Musikerinnen und Musikern, den stimmungsvollen Erbdrostenhof am Montagabend nicht nur zu füllen, sondern das Publikum zugleich mit feinem Programm zwischen Renaissance, Barock und Wiener Klassik zu beseelen. Das gelingt in dieser Jahreszeit natürlich am besten mit Arcangelo Corellis „Weihnachtskonzert“, das nach festlich-barocken Klangausbrüchen so wunderschön in die bei „Amadé“ und seinem behutsam modellierenden Dirigenten besonders sinnlich zelebrierte „Pastorale“ mündet. Da sieht man die herbeigeeilten Hirten von Bethlehem und die das Kind wiegende Mutter Maria fast schon bildlich vor sich.

Vor und nach der Pause hatte Amadé standesgemäß Mozart im Gepäck. Das war zunächst die Gelegenheit für den Pianisten und langjährigen münsterschen Hochschul-Professor Gregor Weichert, der mittlerweile schon 80 Lebensjahre vollendet hat, seine Erfahrung und gereifte Brillanz in Mozarts Klavierkonzert A-Dur KV 414 zum Klingen zu bringen. Sein früherer Meisterschüler Frieder Obstfeld hatte sichtlich Freude an der routinierten Spieltechnik seines einstigen Lehrers, und das Publikum kam bei Weichert in den vollen Genuss der so süffigen Themen und Solokadenzen der Mozartschen Musik, die durch den Bösendorfer-Flügel samtweich in den akustisch vorzüglichen Saal des Erbdrostenhofs strömten. Zwei Zugaben, eine Bagatelle von Beethoven und ein Schumann, ließen das Publikum, das nach der Pause ein Mozartsches Divertimento in F zu hören bekam, noch einmal fasziniert dem Meister Weichert lauschen.

Bildete Corelli den barock-weihnachtlichen Abschluss des Amadé-Konzerts, so hatte Ottorino Respighi mit seiner 3. Suite sozusagen die barocke Klammer des Abends geöffnet. Da schwelgte Amadé bereits in prachtvollen, glänzenden Klangwirkungen frühbarocker Tänze, deren Lautensätze Respighi im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts in das Gewand moderner Streichorchester gegossen hatte.

Schön war es wieder mit Amadé. Auf ein Wiedersehen im Neuen Jahr!

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