Staatsanwaltschaft spricht von Habgier
68-Jährige getötet: Mordanklage gegen ihren Neffen erhoben

Münster -

Eine 68-jährige Frau war Anfang August spurlos aus ihrer Wohnung in Kinderhaus verschwunden. Ende August wurde ihre Leiche in Schleswig-Holstein gefunden. Die Staatsanwaltschaft Münster hat nun gegen den 56-jährigen Neffen der Frau Anklage wegen Mordverdachts erhoben.

Mittwoch, 18.12.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 18.12.2019, 16:10 Uhr
 
  Foto: dpa

In der Anklageschrift wirft die Staatsanwaltschaft dem Angeschuldigten vor, am 2. August 2019 nach einem Streit seine Tante in ihrer Wohnung in Münster getötet zu haben. Motiv für diese Tat soll nach dem Ergebnis der Ermittlungen gewesen sein, dass der Angeschuldigte ein zuvor von seiner Tante gewährtes Darlehen über einen fünfstelligen Geldbetrag nicht zu dem vereinbarten Termin (31. Juli 2019) zurückgezahlt hatte.

Bei dem Besuch am 2. August soll es daher zu einer Auseinandersetzung gekommen sein, in deren Verlauf der Angeschuldigte die 68-jährige Frau durch – so schreibt die Staatsanwaltschaft in einer Pressemitteilung – „massive stumpfe Gewalt gegen den Hals“ getötet haben soll.

Mordmerkmal Habgier

Durch diese vorgeworfene Tat wollte der Angeschuldigte – so heißt es in der Anklageschrift – seiner Rückzahlungsverpflichtung aus dem Darlehen entgehen. Vor diesem Hintergrund geht die Staatsanwaltschaft von dem Mordmerkmal der Habgier aus.

Der Angeschuldigte soll im Anschluss den Leichnam seiner Tante in seinen Pkw gebracht und dann nach einer Autofahrt in der Nähe seines Wohnortes in Schleswig-Holstein bei Appen in einem unzugänglichen Gelände abgelegt haben. Eine Spaziergängerin fand den Leichnam dort zufällig am 30. August.

Tat zurückgewiesen

Der Angeschuldigte habe eingeräumt, am 2. August seine Tante in Münster besucht zu haben. Eine Verantwortung für ihren Tod habe er allerdings zurückgewiesen. Den ihm überlassenen Geldbetrag habe er teilweise zurückgezahlt und im Übrigen habe es sich hierbei um eine Schenkung gehandelt. Weitere Angaben habe der Angeschuldigte nach seiner Festnahme nicht getätigt.

Der Angeschuldigte befindet sich laut Staatsanwaltschaft weiterhin in Untersuchungshaft.

Das Landgericht Münster hat über die Zulassung der Anklage zu entscheiden.

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