Neujahrsschwimmen im Kanal
Rekordsprung bei vier Grad

Münster -

Neuer Rekord: 215 Mutige stürzten sich am Neujahrstag bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in die eiskalten Fluten des Kanals am Bennohaus.

Mittwoch, 01.01.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 02.01.2020, 11:32 Uhr
Insgesamt 215 Mutige sprangen am Neujahrstag bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in den vier Grad kalten Kanal. Für den Verein Wasser und Freizeit war das ein neuer Teilnehmerrekord.
Insgesamt 215 Mutige sprangen am Neujahrstag bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in den vier Grad kalten Kanal. Für den Verein Wasser und Freizeit war das ein neuer Teilnehmerrekord. Foto: hpe

Bis zuletzt steht die neunte Auflage des Neujahrsschwimmens auf der Kippe. Weil sich der Nebel nur langsam auflöst und die Sicht für den Schiffsverkehr lange schlecht bleibt, gibt die Wasserschutzpolizei am Neujahrs-Mittag aus Sicherheitsgründen den Kanal zunächst nicht frei für die 215 mutigen Eisbären-Schwimmer, die sich trotz Außentemperaturen um den Gefrierpunkt beherzt in den gerade mal vier Grad kühlen Kanal stürzen wollen.

Doch pünktlich zum Start um 13 Uhr kommt die Sonne durch, und Ralf Pander, Vorsitzender vom Schwimmverein Wasser und Freizeit, zählt am Mikrofon den Countdown runter. Auf dem Steg des Rudervereins am Bennohaus warten die Mutigen, teils originell verkleidet als Weihnachtsmänner oder Glückspilze, auf das Startzeichen. Knapp 1000 Zuschauer, eingehüllt in dicke Mäntel und mit Wollmützen geschützt, beobachten von beiden Uferseiten des Kanals aus Münsters inzwischen größte Open-Air-Party zum Jahresanfang.

Fast alle Schwimmer nutzen die Unterwasser-Stufe des Steges, um sich erst einmal mit den Zehenspitzen ein wenig zu akklimatisieren. Andere springen einfach rein und kraulen in Richtung Ufer gegenüber. Unter ihnen ist Christian Stein, der mit seinen Kollegen vom Arbeiter-Samariter-Bund seit vier Jahren immer Neujahr dabei ist. „Für uns ist das der beste Start ins neue Jahr, wir freuen uns immer auf dieses Ereignis“, so Stein. Seit dem ersten Neujahrsschwimmen 2012 hat Eckhard Lechermann noch nie gefehlt, wenn sein Verein zum eisigen Vergnügen ruft. „So saukalt war es noch nie, Spaß macht es trotzdem“, sagt er.

Eine Trainingsgruppe des Vereins um Albert Stadtmann plauderte damals bei einem Treff im „Mauritz-Eck“ über ihre erfolgreiche Teilnahme an einem Neujahrsschwimmen in der Donau. Die Schnapsidee, so etwas auch in Münster zu machen, wurde ein Jahr später umgesetzt. Was mit elf Teilnehmern bei Nieselregen begann, hat sich zu einem kleinen Volksfest entwickelt. Die Zuschauer sitzen an Lagerfeuern, können Glühwein schlürfen und Waffeln knabbern. „Wir mussten die Teilnehmerzahl erstmals begrenzen, weil der Andrang so groß ist“, meint Vereins-Sprecherin Maren Becker. Im Rekordjahr 2019 sprangen 200 in den Kanal, diesmal sind es noch 15 mehr.

Manche bleiben 30 Sekunden im Wasser, andere kraulen gleich zehn Bahnen. „Alle Muskeln ziehen sich nach drei Zügen zusammen“, so Patrick, Julia und Dirk, die erstmals dabei sind. Und Neujahr 2021 wieder die Badehose einpacken wollen: „Das ist einfach ein Mega-Vergnügen“, so das Trio.

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