Aktivisten-Protest gegen Flüchtlingsleid
Die ersten Könige sind in die Krippen zurückgekehrt

Münster -

Die ersten der zwischenzeitlich „entführten“ Heiligen Drei Könige sind in ihre Krippe zurückgekehrt – und zwar in St. Stephanus. Die restlichen der insgesamt 16 entfernten Figuren sollen bis Mittwoch wieder an ihrem angestammten Platz sein, verspricht einer der Aktivisten, die in mehreren Kirchen Könige entnommen hatten.

Montag, 06.01.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 06.01.2020, 20:44 Uhr
In der St.-Stephanus-Kirche in der Aaseestadt sind die Heiligen Drei Könige nun wieder komplett.
In der St.-Stephanus-Kirche in der Aaseestadt sind die Heiligen Drei Könige nun wieder komplett. Foto: Oliver Werner

Die Heiligen Drei Könige sind wieder komplett – zumindest in St. Stephanus. Pfarrer Thomas Laufmöller entdeckte am Sonntag zwei der drei zwischenzeitlich „entführten“ Regenten aus dem Morgenland im Tannengrün neben der Krippe. „Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass sie in guten Händen sind“, so Laufmöller.

Bundesweit waren am Samstag Könige aus Krippen verschwunden, darunter in mehreren Kirchen in Münster. Aktivisten wollten so gegen die EU-Flüchtlingspolitik protestieren.

Laufmöller begrüßt die Aktion ausdrücklich. Auch Ludger Picker, Pastoralreferent in St. Mauritz, hält sie für „ein gutes Anliegen“ – die Art und Weise habe er allerdings „nicht so schön“ gefunden. Picker wartete am Montag noch auf die Rückkehr von zwei Königen, hier war die Krippe ausgerechnet am Dreikönigstag nicht komplett.

Bundesweit koordinierte Entführung

Das soll sich allerdings in Kürze ändern. Die insgesamt 16 Figuren, die am Samstag aus den Krippen von St. Clemens, St. Mauritz, St. Michael, St. Stephanus, St. Petronilla, St. Konrad, der Heilig-Geist- und der Dyckburgkirche entfernt wurden, werden bis spätestens Mittwoch zurückkehren, verspricht Thorsten Meinholdt, Sprecher der Aktion „Ausgegrenzt“ in Münster.

Er berichtet, dass die „Entführung“ der Könige bundesweit koordiniert und vor Ort sowohl von Aktivisten, die sich für Flüchtlinge engagieren, als auch von Personen aus kirchlichen Zusammenhängen umgesetzt worden sei. „Die Figuren sind von uns sicher verwahrt worden“, betont Meinholdt. Man habe während der Aktion in engem Kontakt zu den Gemeinden gestanden. Einige hätten allerdings „großen Druck“ ausgeübt und sogar mit Anzeigen gedroht.

Meinholdt bezeichnet die Aktion als „Erfolg“: „Sie hat sicherlich nicht allen gefallen, aber wir haben dafür gesorgt, dass wieder über die Situation von Geflüchteten diskutiert wird.“

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