Angeklagter gesteht Messerattacke
Lebensgefährliche Verletzungen nach Stich in den Bauch

Münster -

Ein Streit vor einem Imbiss eskaliert, ein 25-Jähriger sticht mit einem Messer zu und verletzt sein Opfer lebensgefährlich. Nun steht der Mann vor Gericht.

Dienstag, 07.01.2020, 13:28 Uhr aktualisiert: 07.01.2020, 16:00 Uhr
 
  Foto: dpa

Am Landgericht Münster ist am Dienstag der Prozess gegen einen 25-jährigen Marokkaner aus Telgte eröffnet worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Anfang Juli bei einem Streit mit zwei Personen vor einem Imbiss an der Berliner Straße Faustschläge ausgeteilt zu haben und, nachdem er sich zunächst vom Tatort entfernte, nach seiner Rückkehr einen der Männer mit einem Messer mit rund zehn Zentimeter langer Klinge lebensgefährlich im Bauchraum verletzt zu haben. Zuvor soll er die Drohung ausgestoßen haben, seine beiden Widersacher nun töten zu wollen.

Der Angeklagte räumte den Messerstich in einer kurzen, durch seinen Anwalt verlesenen Erklärung ein. Weitergehend äußerte er sich am ersten Verhandlungstag nicht zur Tat, dafür ausführlich zu seiner Person.

Wegen Handels mit Marihuana im Gefängnis

In Marokko habe er mit seinen Eltern und seinen drei Geschwistern ein normales Leben geführt. Im Alter von 17 Jahren habe er das Land verlassen. Zuvor habe er, um seinen kranken Vater zu unterstützen, schon einige Jahre gearbeitet. Nach der sechsten Klasse hatte er die Schule verlassen.

Nach seiner Ausreise aus Marokko lebte und arbeitete er in Italien. Nach einer kurzen Zeit in Frankreich, wo seine Tante lebt, reiste er 2013 in Deutschland ein. Dort sei er schnell an die falschen Leute geraten. Zweimal landete er wegen Einfuhr von beziehungsweise Handel mit Marihuana im Gefängnis. Seit seinem letzten Gefängnisaufenthalt habe er nur noch selten konsumiert. Über mehrere kurzfristige Beschäftigungen fand er schließlich Arbeit als Trockenbauer. Zudem heiratete er nach islamischem Recht und lebte mit seiner Frau zusammen in Telgte.

Filmaufnahmen von der Tat

Am Tattag habe er Alkohol getrunken, räumte der Mann ein, der angab, nur ganz selten zu trinken und bereits nach drei oder vier Bier betrunken zu sein. Die Polizei hatte nach der Tat einen Blutalkoholwert von 0,7 Promille ermittelt. Von dem Tathergang existieren Filmaufnahmen, die am Dienstag nicht gezeigt wurden.

Der Angeklagte will am zweiten Verhandlungstag (13. Januar, 9.30 Uhr) Aussagen zum Tathergang machen. Auch das Opfer, dass nach der Tat notoperiert werden musste, und nach Informationen unserer Zeitung bis heute an den Folgen der Verletzung leidet, soll dann aussagen.

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