Prozess vor Landgericht Lüneburg eröffnet
Angeklagter Jugendbetreuer will aussagen

Münster/Lüneburg -

Ein 26 Jahre alter Mann muss sich seit Dienstag vor dem Landgericht Lüneburg wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verantworten. Es soll bei seiner Tätigkeit als Trainer und Betreuer zu Übergriffen gekommen sein. Der Mann war in Münster festgenommen worden.

Dienstag, 07.01.2020, 14:10 Uhr aktualisiert: 07.01.2020, 15:47 Uhr
Mit einer Mappe schützte der 26 Jahre alte Angeklagte beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Lüneburg sein Gesicht.
Mit einer Mappe schützte der 26 Jahre alte Angeklagte beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Lüneburg sein Gesicht. Foto: dpa

Sexueller Missbrauch von Kindern wird einem ehemaligen Schwimm- und Fußballtrainer vorgeworfen, gegen den seit Dienstag vor dem Landgericht Lüneburg verhandelt wird. „Der Angeklagte wird sich zu den Vorwürfen äußern“, kündigte der Verteidiger des 26-Jährigen zu Prozessbeginn an.

Die Öffentlichkeit wurde am Dienstag für die Dauer des Verfahrens ausgeschlossen, nicht nur für die spätere Vernehmung der Zeugen. Die Vorsitzende Richterin der 5. Großen Jugendkammer begründete diesen Schritt mit dem Schutz der Opfer, aber auch dem des Angeklagten.

Vorwurf: sieben Jungen missbraucht

Der 26-Jährige wird beschuldigt, als Trainer und Betreuer einer Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zwischen Juli 2015 und Februar 2019 in Lüneburg und anderen Orten sieben Jungen missbraucht zu haben. Der Jüngste soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft Lüneburg neun oder zehn Jahre alt gewesen sein, der Älteste 15. Zudem soll der 26-Jährige laut Anklage kinderpornografische Schriften besessen haben.

Mit Blick auf den Opferschutz hatte das Gericht schon vor Prozessbeginn keine näheren Angaben zu den Tatvorwürfen machen wollen.

Im Juli in Münster verhaftet

Die Ermittlungen waren nach Hinweisen der DLRG im April 2019 ins Rollen gekommen, wo der 26-Jährige als Betreuer Jugendfreizeiten begleitet hatte. Dabei soll es zu Übergriffen gekommen sein. Der junge Mann wurde im Juli in Münster verhaftet. Seitdem sitzt der Student in Untersuchungshaft, er wollte Lehrer werden. Bis zum 13. Februar hat die Kammer zunächst insgesamt acht Verhandlungstermine angesetzt.

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