Ethnologie in der Turnhalle
Sport bringt fremde Kulturen näher

Münster -

Tennis und Volleyball kennt jeder: Aber was bitte ist Pok-ta-Pok? Oder Kabbadi? Münsteraner können es bei einer ungewöhnlichen Veranstaltung von Ethnologen der Uni Münster kennenlernen.

Dienstag, 07.01.2020, 21:00 Uhr
Vier Mal Ethnosport (von oben rechts im Uhrzeigersinn): Lagori aus Indien, Pok-ta-Pok, Ballsport der Maya, Gayado aus Peru und Kabbadi aus Indien.
Vier Mal Ethnosport (von oben rechts im Uhrzeigersinn): Lagori aus Indien, Pok-ta-Pok, Ballsport der Maya, Gayado aus Peru und Kabbadi aus Indien. Foto: Collage Ethnosport

Dr. Malte Wulfinghoff spielt gern Kabbadi – und möglicherweise findet der Ethnologe von der Universität Münster demnächst auch in Münster mehr Mitspieler für den in Indien populären Sport. „Sehr dynamisch, zwischen Fangen und Rugby“, charakterisiert Wulfinghoff die Sportart, die Interessierte am 19. Januar (Sonntag) in der Turnhalle der Realschule im Kreuzviertel kennenlernen können. Übrigens nicht nur Kabbadi – Wulfinghoff und seine Studierenden vom Institut für Ethnologie präsentieren in der Turnhalle gleich vier Ethno-Sportarten. Damit sich nicht nur Studierende angesprochen fühlen, ist die Volkshochschule Veranstalter.

Für Malte Wulfinghoff sind die hierzulande eher unbekannten Sportarten eine Möglichkeit, die jeweilige Kultur in einem Land oder einer Region kennenzulernen. „Ethnosport ist eine Art der Identitätsbildung“, sagt Wulfinghoff, bei den Sportarten lassen sich kulturelle und auch religiöse Werte von Ethnien direkt erfahren.

Wäre „König“ Fußball also ein deutscher Ethnosport? Wulfinghoff verneint: „Allenfalls ein Nationalsport“, denn Fußball komme ja ursprünglich aus Großbritannien, wäre also ein britischer Ethnosport. Ethnosport aus Deutschland sei immer regional begrenzt, so Wulfinghoff: Boßeln in Ostfriesland oder Schuhplattern in Bayern. Eine der bekanntesten Ethnosportarten aus Europa sind die schottischen High­land-Games, illustriert Malte Wulfinghoff. Er und seine Studierenden wollen aber un bekanntere und exotischere Sportarten vermitteln.

Außer dem körperbetonten Kabbadi wird in dem über fünfstündigen Kurs noch das peruanische Spiel Gayado, ein Sport der Inka, gezeigt; außerdem Pok-ta- Pok, ein Ballsport der Maya, bei dem der Ball nicht mit Händen, Füßen oder Kopf, sondern nur mit dem Körper gespielt werden darf. Ebenfalls aus Indien kommt das Spiel Lagori, bei dem zwei Teams Türme mit mindestens sieben Steinen stapeln müssen bevor sie abgeworfen werden. Bei dem Kurs werden die Sportarten mit ihrem kulturellen Hintergrund vorgestellt und ausprobiert.

Die Plätze sind begrenzt. Die Anmeldung ist möglich auf der Homepage der VHS, Fachbereich Gesundheit oder unter ✆ 4 92 43 24.

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