Fall von räuberischer Erpressung
Mit Komplizen den Nachbarn überfallen: 43-Jähriger muss vier Jahre ins Gefängnis

Münster -

Ein 43-Jähriger ist am Mittwoch vor dem Landgericht Münster zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Der Mann hatte im vergangenen Juni mit einem Komplizen seinen Nachbarn überfallen.

Mittwoch, 08.01.2020, 16:58 Uhr aktualisiert: 08.01.2020, 17:43 Uhr
 
  Foto: dpa

Ein 43-jähriger Münsteraner hatte im Juni 2019 zusammen mit einem Komplizen, der mit einem Küchenmesser bewaffnet war, einen Nachbarn überfallen. Zusammen erbeuteten sie 220 Euro und einige Fläschchen des Betäubungsmittels Methadon.

Das Landgericht Münster verurteilte den gelernten Schlosser am Mittwoch in einem Strafprozess wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung zu einer vierjährigen Haftstrafe – in einem minderschweren Fall. Zudem soll er eine Entziehungskur machen.

Eine Sachverständige stellte eine „lange Suchtkarriere“ und eine Drogen- und Alkoholabhängigkeit des 43-Jährigen fest. Dass der Kinderhauser schon früh ein Geständnis abgelegt hatte und zudem die Identität des Mittäters preisgab, sei ihm beim Urteil zugute gekommen, hob das Gericht hervor.

Maskiert und mit Küchenmesser bewaffnet

Im Juni 2019 soll der Komplize die Idee zu dem Überfall gehabt haben. Wie der Angeklagte ausführte, habe er aus Angst vor Konsequenzen durch seinen Mittäter bei der Tat mitgemacht. Der verurteilte Münsteraner pflegte ein gutes Verhältnis zu seinem Nachbarn, welches er ausnutzte, um an die Beute zu kommen.

Das schwer lungenkranke Opfer öffnete demnach nur die Tür, da er den Angeklagten als seinen Nachbarn erkannte. Maskiert und mit einem Küchenmesser bewaffnet, stürmte dann der Komplize mit den Worten „Rein, sonst steche ich dich ab“ in die Wohnung, drückte den Nachbarn an die Wand und forderte die Herausgabe von Geld und Drogen.

Anschließend sei der 43-Jährige mit seinem Komplizen in einen Park geflohen. Um sich zu beruhigen, trank der Mann den Inhalt eines der erbeuteten Methadonfläschchen.

Die Dosis war dabei so hoch, dass er das Bewusstsein verlor und erst einige Zeit später im Krankenhaus wieder aufwachte.

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