Agrarhändler aus Münster
Agravis erkennt "Regelverstoß" an – und zahlt Millionen

Münster -

Jahrelang hat der Agrarhandelskonzern Agravis aus Münster mit dem Bundeskartellamt über eine verbotene Absprache verhandelt. Jetzt wurde eine Einigung erzielt, die Agravis fast 44 Millionen Euro kostet.

Mittwoch, 08.01.2020, 17:51 Uhr aktualisiert: 08.01.2020, 18:49 Uhr
Agrarhändler aus Münster: Agravis erkennt "Regelverstoß" an – und zahlt Millionen
Die Agravis-Zentrale in Münster. (Archiv) Foto: Oliver Werner

Das Eingeständnis ist eindeutig: „Wir haben akzeptiert, dass Agravis nach Auffassung des Bundeskartellamts gegen Wettbewerbsregeln verstoßen hat“, räumte Dr. Dirk Köckler, Vorstandsvorsitzender des Agrarhandelskonzerns mit Sitz in Münster und Hannover, am Mittwoch ein. Schon 2015 hatte das Bundeskartellamt Ermittlungen gegen mehrere Unternehmen wegen Absprachen beim Handel mit Pflanzenschutzmittel eingeleitet.

Agravis habe sich mit dem Kartellamt auf die Zahlung eines Bußgelds von 43,7 Millionen Euro verständigt, teilte das Unternehmen in Münster mit. Man verzichte auf eine gerichtliche Auseinandersetzung, hieß es weiter. „Damit haben wir jetzt einen Schlussstrich unter das Ermittlungsverfahren gezogen“, sagte Köckler.

Zuvor hatte bereits der Wettbewerber Baywa im gleichen Zusammenhang eine Geldbuße in Höhe von fast 69 Millionen Euro akzeptiert.

Agravis gab zu, dass es eine Informationsliste zu Pflanzenschutzmitteln inklusive Preisangaben gegeben habe. „Diesen Regelverstoß hat Agravis mit der rückblickenden Beurteilung der Sachlage erkannt“, gab das Traditionsunternehmen zu. Der Preis auf dieser „grünen Liste“ habe aber nur als Orientierungshilfe für die konkreten Preisverhandlungen fungiert, erklärte Agravis.

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