Zootier des Jahres lebt auch in Münster
Sänger mit Star-Allüren

Münster -

Der „Beo“ ist zum Zootier des Jahres 2020 ernannt worden. Die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz hat sich dabei durchaus Gedanken gemacht.

Montag, 13.01.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 14.01.2020, 18:43 Uhr
Charakteristisch für den Beo, hier einer der beiden Großen Beos aus dem Allwetterzoo, ist neben seinem leuchtend-orangefarbenen Schnabel seine Sangeskunst. Die Tiere können sogar menschliche, aber auch technische Geräusche nachahmen.
Der Beo ist ein Star: weil er so schön singen und Geräusche imitieren kann – und weil er zur Familie der Stare gehört. Im Allwetterzoo gibt es seit Kurzem zwei dieser anspruchsvollen südostasiatischen Vögel. Foto: Allwetterzoo/Sebastian Rohling

Zwei Große Beos leben seit einigen Tagen in einer der Volieren des Tropenhauses im Allwetterzoo. „Die Tiere werden nicht zu überhören sein“, meint Kurator Dr. Dirk Wewers. Die Vögel werden Zoobesucher wie Mitarbeiter mit ihren Gesängen unterhalten. „Die Tiere, ein Geschwisterpaar, haben wir von einem privaten Züchter im Münsterland bekommen. Sie sind beide noch recht jung und werden erst im kommenden Jahr geschlechtsreif“, berichtet Wewers.

Doch allzu sehr sollten sich die Zoobesucher nicht an die Sangeskünstler mit ihrem orangefarbenen Schnabel gewöhnen. Denn das gefiederte Duo wird laut Pressemitteilung des Allwetterzoos mit Baubeginn der südamerikanischen Sumpflandschaft „Pantanal“ in diesem Jahr in andere Zoos gegeben, wo sie zur Nachzucht mit anderen Beos zusammengeführt werden.

„Das ist für den weltweiten Bestand dieser Tiere auch dringend nötig, hat die „Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz“ (ZGAP) den Beo (Gracula religiosa) nicht ohne Grund zum ,Zootier des Jahres 2020‘ ernannt“, erläutert der Kurator, der betont, dass gerade der Große Beo (Gracula religiosa religiosa) besonders stark gefährdet ist. Die monogam lebenden Vögel seien sehr anspruchsvoll bei der Wahl eines Partners. Daher sei es selbst für erfahrene Zoos und Züchter eine Herausforderung, die intelligenten Vögel nachzuzüchten. Weshalb die talentierten Stare auch in Zoos eine Seltenheit geworden sind.

Die Tiere würden in ihren natürlichen Herkunftsländern in den Wäldern Südostasiens gefangen und als Haustiere gehalten, was ihnen ein einsames Leben in meist kleinen Käfigen beschere. Sie seien beliebte Haustiere, da sie musikalischer als so mancher Papagei seien und sogar menschliche wie auch technische Geräusche nachahmen könnten.

In manchen Ländern verkaufe man Beos zudem als Delikatesse, was die Bestände zusätzlich dezimiere. Die Zahl der Vögel sei so in den vergangenen Jahren deutlich eingebrochen, und die Beos drohten ausgerottet zu werden. Um auf diese Gefahr aufmerksam zu machen, habe die ZGAP den Beo zum „Zootier des Jahres 2020“ ernannt.

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