Linke stellt ihr Wahlprogramm für den September vor
Autofreie City ja – Musik-Campus nein

Münster -

Als erste Partei in Münster hat die Linke ihr Programm vorgestellt, mit dem sie jetzt in den Kommunalwahlkampf ziehen möchte. Es enthält eine Menge Zündstoff.

Dienstag, 14.01.2020, 09:00 Uhr
Sie stellten das Wahlprogramm vor (v.l.): Heiko Wischnewski, Ortrud Philipp, Andre Groß und Katharina Geuking.
Sie stellten das Wahlprogramm vor (v.l.): Heiko Wischnewski, Ortrud Philipp, Andre Groß und Katharina Geuking. Foto: Matthias Ahlke

Im Februar will Münsters Linke beschließen, mit welchem Team für den Rat sie in den Wahlkampf zieht. Im Februar will sie auch beschließen, wer als Oberbürgermeisterkandidat(in) ins Rennen geht.

Fest steht derweil bereits das Kommunalwahlprogramm. Die Parteisprecher Katharina Geuking und Andre Groß sowie die beiden Ratsmitglieder Ortrud Philipp und Heiko Wischnewski stellten es am Montag der Presse vor. Es enthält, so viel sei verraten, eine Menge Diskussionsstoff.

► Autofreie Innenstadt: Die Linke will den Autoverkehr aus dem Bereich innerhalb der Promenade verbannen. „Das wäre ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz“, so Heiko Wi­schnewski. Perspektivisch soll sogar das Stadtgebiet innerhalb des Ringes autofrei werden.

► Kostenloser Busverkehr: Der Busverkehr als zentraler Mobilitätsfaktor im Stadtgebiet von Münster soll kostenlos angeboten werden. Auch über Straßenbahnen und Oberleitungsbusse muss die Stadt nach Ansicht der Linken intensiver als bisher nachdenken. Zu Finanzierung dieses umfassenden Umbaus soll zum einen eine höhere Gewerbesteuer dienen, darüber hinaus soll das Geld verwendet werden, das bislang in den Straßenunterhalt geflossen ist. Für Pendler soll es unter anderem ein umfassendes Angebot an Park-and-Ride-Plätzen am Stadtrand geben.

► Nein zum Musik-Campus: Die Linke lehnt dieses „Prestigeprojekt“ kategorisch ab, so Andre Groß. Der „sozial-ökologische Umbau“ sei wichtiger. Nein sagt die Linke auch zum Flughafen Münster-Osnabrück.

► 1000 neue Kita-Plätze im Jahr: Das Kita-Angebot muss nach Ansicht von Katharina Geuking deutlich ausgebaut werden, besonders „in den unterversorgten Gebieten“. Skeptisch stehe man der Großtagespflege gegenüber.

► 1000 neue Sozialwohnungen im Jahr: Auch in der Wohnungspolitik hält die Linke eine Kehrtwende für unumgänglich. Die Zahl der Sozialwohnungen müsse auf jeden Fall größer sein als die Zahl derer, die aus der Sozialbindung herausfallen, so Groß.

► Münster braucht ein zusätzliches Frauenhaus, so eine weitere Forderung.

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