Programm „Und morgen Meister“ für Studienabbrecher
„Abbruch ist auch Aufbruch“

Münster -

Arbeitsagentur, Handwerkskammer und IHK Nord Westfalen haben bereits ein Programm aufgelegt, das Studienabbrechern Perspektiven aufzeigen will. Jetzt gab es ein kleines Jubiläum zu feiern.

Freitag, 17.01.2020, 09:00 Uhr
Das Unternehmen L+K am Fritjof-Nansen-Weg bildet Pedro Dos Santos (Mitte) aus. Er ist der 500. Studienabbrecher, der durch ein Kooperationsprogramm zwischen IHK Nord Westfalen, Arbeitsagentur und Handwerkskammer in eine Ausbildung vermittelt wurde: (v. l.) Carsten Taudt (IHK), Joachim Fahneman (Arbeitsagentur), Annette Paßlick-Wabner (Personalchefin L+K) und Knut Heine (HWK).
Das Unternehmen L+K am Fritjof-Nansen-Weg bildet Pedro Dos Santos (Mitte) aus. Er ist der 500. Studienabbrecher, der durch ein Kooperationsprogramm zwischen IHK Nord Westfalen, Arbeitsagentur und Handwerkskammer in eine Ausbildung vermittelt wurde: (v. l.) Carsten Taudt (IHK), Joachim Fahneman (Arbeitsagentur), Annette Paßlick-Wabner (Personalchefin L+K) und Knut Heine (HWK). Foto: Pressestelle

Pedro Dos Santos ist kein Einzelfall. Der 26-Jährige hatte sich nach seinem Wirtschaftsabitur entschieden, an der Fachhochschule Gebäudetechnik zu studieren. Nach vier Semestern war Schluss – immer wieder waren ihm Zweifel gekommen, ob er nach dem Studium in dem Bereich auch arbeiten könne. Dos Santos wandte sich an die Arbeitsagentur. Die vermittelte ihn an die IHK Nord Westfalen. Jetzt macht der junge Mann eine kaufmännische Ausbildung beim Unternehmen L+K (Luft-Klima-Anlagenbau) am Fridtjof-Nansen-Weg.

Er profitiert bei dem Wechsel von dem Programm „ Und morgen Meister “, mit dem die Arbeitsagentur, die Handwerkskammer und die IHK Nord Westfalen Studienaussteiger auffangen wollen. „Das Programm, das kaum einer kennt, aber gut funktioniert“, erläutert Joachim Fahnemann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur. Knut Heine, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Münster (HWK) pflichtet bei. Ebenso Carsten Taudt, Leiter des Geschäftsbereichs Bildung und Fachkräftesicherung bei der IHK Nord Westfalen.

Fachkräftemangels als „Riesenherausforderung“

2013 wurde das Programm aufgelegt, Dos Santos ist der 500. Aussteiger, der in eine Ausbildung vermittelt worden ist. Rund 900 junge Menschen sind seither insgesamt beraten worden. L+K-Personalchefin Annette Paßlick-Wabner hebt hervor, dass Studienabbrecher ein Stück Lebenserfahrung mitbringen, das letztlich Unternehmen und Ausbildung zu Gute komme.

Die drei Einrichtungen halten verschiedene Bausteine vor. Neben Seminaren zur Orientierung gibt es Info-Veranstaltungen für Studienabbrecher sowie individuelle Beratung, um Perspektiven aufzuzeigen. „Wir können es uns nicht mehr leisten, das Potenzial dieser Menschen nicht zu nutzen, erläutert Taudt und nennt als einen Grund den vielfältigen Fachkräftemangel. „Abbruch ist auch Aufbruch.“

Es sei wichtig, jungen Menschen in der Vielfalt der Ausbildungsberufe und der -systeme eine Orientierung zu geben. Fahnemann sieht die Aufgabe gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels als „Riesenherausforderung.“ Das Problem habe sich inzwischen häufig als „Wachstumsbremse“ gezeigt. „Es gibt viele Aufträge, aber keine Menschen, die diese erledigen können.“

Die enge Abstimmung in der Zusammenarbeit der Kooperationspartner mache gute, abgestimmte Angebote möglich, ergänzt Knut Heine. „Wir haben bislang noch für jeden etwas gefunden.“

Pedro Dos Santos freut sich, dass der Wechsel „letztlich sehr einfach“ gelungen sei. Er könne sogar einige der Studieninhalte in seiner Ausbildung „gebrauchen“.

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