Münster-Premiere des Lindenberg-Films
Udo-Fans feiern Steffi Stephan

Münster -

Fast 500 Zuschauer waren am Donnerstagabend bei der Münster-Premiere des Spielfilms „Lindenberg! Mach dein Ding“ dabei. Auch Steffi Stephan, Jovel-Chef und Panikorchester-Mitglied, saß im Publikum. Nach der Premiere stand er den Zuschauern Rede und Antwort.

Freitag, 17.01.2020, 12:45 Uhr aktualisiert: 17.01.2020, 16:31 Uhr
Im Film wird Steffi Stephan von Schauspieler Max von der Groeben (r.) gespielt, Lindenberg (neben ihm) von Jan Bülow.
Im Film wird Steffi Stephan von Schauspieler Max von der Groeben (r.) gespielt, Lindenberg (neben ihm) von Jan Bülow. Foto: DCM

Als nach zweieinhalb Stunden wieder das Licht im Kinosaal angeht, bricht Applaus aus. Für den kurzweiligen, berührenden und glänzend gespielten Film „Lindenberg! Mach dein Ding“ – und für den Ehrengast des Abends: Steffi Stephan, Jovel-Gründer und seit Anfang an Mitglied in Udo Lindenbergs Panikorchester. Eine Stunde steht er den rund 500 Zuschauern nach der Münster-Premiere im Cineplex Rede und Antwort, erinnert sich an gute und schlechte Zeiten mit Udo.

In Münster das Panikorchester gegründet

Stephan (72) ist vom Film fast genauso begeistert wie das Publikum. „Mir fehlen allerdings ein paar Dinge.“ Zum Beispiel, dass Münster mit keinem Wort erwähnt wird. „Dabei haben wir hier, in einer Scheune im Norden der Stadt, das Panikorchester gegründet.“ Und nicht in Hamburg, wie es im Film erzählt wird.

Neben Udo Lindenberg hat Steffi Stephan im Film eine tragende Rolle. „Ich habe die Produzenten gefragt, warum. Ihre Antwort: Ich sei die einzige Konstante in seinem Leben gewesen.“

Gespielt wird Stephan von Max von der Groeben. „Als ich ihn traf, zeigte er mir sein Handy. Es war voll mit Filmen von mir, Interviews, Konzerte. Er hat sich intensiv auf seine Rolle vorbereitet.“ Mit dem Ergebnis ist Stephan hoch zufrieden. „Ich habe Glück gehabt, ich komme in dem Film sehr gut weg.“

Stephan hat bereits viele Rückmeldungen zu dem Film erhalten. „Er kommt richtig gut an. Ich glaube, er hat das Potenzial, zu einem Erfolg zu werden.“ Als er den Film zum ersten Mal gesehen habe, sei er ihm sehr nahe gegangen.

Schonungsloser Blick auf die Biografie

Der Film idealisiert die Person Lindenberg nicht, sondern geht schonungslos mit dessen Biografie um. Sein Vater war alkoholabhängig und lehnte den Weg von Udo ab. Auch Lindenberg trank, kaum eine Szene im Film, in der er nicht eine Flasche mit Hochprozentigem an den Hals setzt. Doch zugleich strotzt der Film vor Sympathie für seine Hauptfigur, erzählt von der engen Beziehung zu seiner Mutter, den (oft gescheiterten) Beziehungen, seinen von Rückschlägen und Abstürzen geprägten Aufstieg.

Während der Dreharbeiten erhielt Stephan eine Anfrage, ob er seinen ersten Bass zur Verfügung stellen könnte. „Den habe ich leider nicht mehr.“ Dafür verlieh er den roten Afghanen-Mantel von damals, Max von der Groeben trägt ihn in einer kurzen Szene am Ende des Films. Ansonsten, sagt Steffi Stephan, habe er mit den Dreharbeiten nichts zu tun gehabt.

Steffi Stephan: Panikrocker, Jovel-Chef

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  • 17. Oktober 2008: mit Udo Lindenberg in der ausverkauften Grugahalle in Essen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • 17. Oktober 2008: mit Udo Lindenberg in der ausverkauften Grugahalle in Essen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Steffi Stephan versteigert ein Original seiner ersten Single "Baum Traum (...eigentlich bin ich ganz normal)" von 1975 beim Benefizkonzert "Weihnachten à la Panik" am 13. Dezember 2019 in der Jovel Music Hall, Münster, zugunsten von Archemed und Verein "Vision" zur Förderung der populären Kultur.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • 4. Juni 2006: Mit Udo Lindenberg beim Abschiedskonzert im "alten Jovel" an der Grevener Straße.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Steffi Stephan, der Produzent - hier mit Karo Fruhner.

    Foto: Martin Kalitschke
  • 4. Juni 2006: Abschiedskonzert im "alten Jovel" an der Grevener Straße.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Steffi Stephan mit der Goldenen Schallplatte für Lindenbergs "MTV-Unplugged"-Konzert.

    Foto: Martin Kalitschke
  • 23. Dezember 2013: mit Dr. Walter Lindenbaum im Studio.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Stehende Ovationen beim 21. Benefizabend der Sparkasse.

    Foto: Joachim Busch
  • 17. Februar 1997: Konzert mit Udo Lindenberg im Jovel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • 5. Juni 2004: mit Thomas Stein, Udo Lindenberg und Peter Maffay bei einem Fest auf Mallorca.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • 5. Juni 2006: mit Gunter Gabriel beim Abschiedskonzert im "alten Jovel" an der Grevener Straße.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • 21. Juni 2013: mit Peter Maffay beim Open Air vor dem Schloss in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Immer für einen Spaß gut - wie hier im Woodstock-Dress.

    Foto: Martin Kalitschke
  • 31. März 2012: mit Udo Lindenberg in der Kölner Lanxess-Arena.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • 31. Oktober 1999: mit Udo Lindenberg beim Konzert im Jovel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Carola Kretschmer und Steffi Stephan beim Benefizkonzert "Weihnachten à la Panik" am 13. Dezember 2019 in der Jovel Music Hall, Münster, zugunsten von Archemed und Verein "Vision" zur Förderung der populären Kultur.

    Foto: Gunnar A. Pier

Kennen sich seit 1963

Udo Lindenberg und Steffi Stephan kennen sich seit Ewigkeiten. „Ich war 16 und er 17, als wir uns 1963 zum ersten Mal begegneten.“ Zwei Jahre später gründeten die beiden das Panikorchester, das es bis heute gibt. 1989 war Stephan allerdings vorübergehend ausgestiegen. „Weil Udo damals sehr, sehr, sehr viel trank.“ Eine Freundschaft auf Augenhöhe sei nicht möglich gewesen. 1996 kehrte Stephan wieder zurück.

Zwischendurch spielte der Münsteraner auch für Peter Maffay. „Weil ich das Geld für die Sanierung des Jovel-Dachs brauchte“, wie Stephan am Donnerstagabend einräumte. „Als es fertig war, bin ich wieder ausgestiegen.“ Und ja, Maffay sei ein echter Rocker – der zeitlebens unter seinem Schlager-Image gelitten habe.

Zurück zu Udo und dem Panikorchester. Die aktuelle Tournee macht keine Station in Münster. Wann werden sie wieder hier zu sehen sein? „Spätestens 2046“, sagt Stephan. „Wir wollen nämlich zusammen Musik machen, bis wir 100 Jahre alt sind.“

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