130 Experten diskutieren beim Verkehrstag der FH
Mobil bleiben ohne Privat-Pkw

Münster -

Wie kann die Zukunft der Mobilität abseits des Individualverkehrs aussehen? Beim Verkehrstag der Fachhochschule Münster tauschten sich Verkehrsplaner. Ingenieure. Wissenschaftler und Politiker aus.

Mittwoch, 22.01.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 22.01.2020, 15:48 Uhr
Organisierten den Verkehrstag Münsterland (v.l.): Prof. Dr. Birgit Hartz, Prof. Dr. Jeanette Klemmer und Prof. Dr. Hans-Hermann Weßelborg
Organisierten den Verkehrstag Münsterland (v.l.): Prof. Dr. Birgit Hartz, Prof. Dr. Jeanette Klemmer und Prof. Dr. Hans-Hermann Weßelborg Foto: FH/Katharina Kipp

Henry Ford, Pionier der Automobilindustrie, beschrieb die allgemeine Innovationsbereitschaft in Sachen Verkehr vor deutlich über hundert Jahren so: „Wenn man den Kunden fragt, verlangt er schnellere Pferde.“ Die Präsidentin der Fachhochschule Münster, Prof. Dr. Ute von Lojewski, zitierte Ford beim Verkehrstag der FH am Mittwoch – und illustrierte damit das Motto der Tagung: „Time for change“. Für Prof. Dr. Birgit Hartz, Organisatorin des Verkehrstages beim Fachbereich Bauingenieurwesen, ist klar: „Es ist Zeit für einen Wandel bei der Verkehrsplanung“ – konkret weg vom motorisierten Individualverkehr, hin zu besserem öffentlichen Personen-Nahverkehr, neuen, digital vernetzten Angeboten „von Car- bis Bike-Sharing“, betont Hartz.

Der Verkehrstag zeigte Bausteine für eine neue Mobilität – und Thema waren dabei nicht Zukunftsvisionen, sondern praktische Beispiele aus der Gegenwart, auch aus Münster und der Region. Der emeritierte FH-Professor Martin Lüder stellte den bald in Betrieb gehenden Expressbus X 90 in die Region vor. Er soll mit weniger Halten als die bisherigen Schnellbusse Menschen aus dem Münsterland zügig ins Zentrum Münsters bringen und damit konkurrenzfähig zum Auto werden. Reinhard Schulte, Leiter der Stadtwerke-Verkehrsbetriebe, stellte das neue Angebot eines Sammeltaxis vor, das im Bereich Hiltrup getestet und dann auf ganz Münster ausgedehnt werden soll.

Eine Diskussion der 130 Teilnehmer des Verkehrstages, den neben Experten aus Hochschule, Ingenieurbüros und Verwaltung auch Politiker oder Vertreter der Polizei besuchten, zeigte deutlich: Für die als notwendig erachtete Verkehrswende müssen andere Tarifstrukturen, ein höherer Takt und schnellere Verbindungen für den öffentlichen Nahverkehr geschaffen werden. Außerdem müsse das Radfahren attraktiver werden, so Birgit Hartz. Dazu gehört in Münster auch das leidige Problem des Fahrradparkens. Ein Studienprojekt von FH und Stadt Münster arbeitet dort derzeit an einer Bestandsaufnahme und Lösungsvorschlägen.

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