Eröffnung einer neuen Ausstellung im Lepramuseum
Geschichte des Pfründnerhauses

Münster-Kinderhaus -

Dr. Christopher Görlich, der Vorsitzende der Bürgervereinigung Kinderhaus, hat die bisher noch nicht durch eine Ausstellung erfassten letzten 100 Jahre des Pfründnerhauses, erarbeitet. Sie wird jetzt im Lepramuseum gezeigt.

Montag, 27.01.2020, 19:00 Uhr
Das Pfründnerhaus
Das Pfründnerhaus Foto: kaj

„Ich wäre so froh, wenn auch bei uns die Leprahäuser zu Museen würden“, hat Dr. Ruth Pfau (1929-2017) einmal gesagt, die legendäre Ärztin, die die Krankheit in Pakistan bekämpfte und zuletzt im Jahr 2014 das Lepramuseum in Kinderhaus besuchte. „Den letzten Leprakranken gab es hier 1703“, erklärte Dr. Ralf Klötzer, der Vorsitzende der „Gesellschaft für Leprakunde“ (GfL). Anlässlich des Weltlepratags präsentierte die Gesellschaft, die das Lepramuseum betreibt, eine neue Ausstellung.

Dr. Christopher Görlich, der Vorsitzende der Bürgervereinigung Kinderhaus, erarbeitete die bisher noch nicht durch eine Ausstellung erfassten letzten 100 Jahre des Pfründnerhauses. Es beherbergt heute das Kinderhauser Heimatmuseum und Räume des Lepramuseums. Es liegt auf dem Gelände des ehemaligen Leprosoriums der Stadt Münster.

Görlich erinnerte an das Jahr 1986. Damals wurde das Lepramuseum eröffnet, an dem Ort, an dem früher Leprakranke lebten und für deren Unterhalt durch die Erträge einer Stiftung gesorgt werden konnte. Das Museum wolle nicht nur die historische Lepra beleuchten, sondern auch eine „Brücke zur Gegenwart“ schlagen, hießt es.

Das, was in Kinderhaus Geschichte ist, ist andernorts noch bittere Realität. Es gibt nach wie vor Lepra-Neuansteckungen, vor allem in Ländern der sogenannten „Dritten Welt“. Und das, obwohl sie heute heilbar sei, wie Franz Tönnes von der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe erklärte. Inzwischen gebe es Theorien, wonach die Lepra erst im Jahr 2050 besiegt sei. Vielen sei nicht bekannt, dass die Krankheit auch heute noch ein Problem sei.

Christopher Görlich richtete in der Ausstellung seinen Fokus auf die neuere Zeit, in der hierzulande von der Lepra nur zu lesen ist. Vieles konnte er zusammenstellen durch eine intensive Arbeit im Stadtarchiv. Quellen aus den Zeiten, als das Pfründnerhaus als Armenhaus diente, tat er ebenso auf wie die bisher noch nicht erforschten Jahre des Zweiten Weltkrieges.

Die Ausstellung „Kinderhaus 1920 bis 2020 – Das ehemalige Leprosorium der Stadt Münster im Übergang in die Gegenwart“ ist noch bis zum 26. April 2020 im Lepramuseum zu besichtigen. Ein gleichnamiger Ausstellungskatalog kann dort ebenso erworben werden.

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