Starke Nachfrage, aber nur noch wenig im Angebot
Wirtschaftsförderung fordert schnelle Entwicklung neuer Gewerbeflächen

Münster -

In Münster sind Gewerbeflächen inzwischen rar gesät. Das macht der Wirtschaftsförderung zu schaffen. Sie hat neue Flächen im Blick.

Mittwoch, 29.01.2020, 20:00 Uhr
Der Chef der Wirtschaftsförderung Münster, Dr. Thomas Robbers
Der Chef der Wirtschaftsförderung Münster, Dr. Thomas Robbers Foto: Wirtschaftsförderung

Früher konnten Unternehmen, die in Münster investieren wollten, zwischen bis zu vier Grundstücken auswählen. Heutzutage könne die Wirtschaftsförderung (WFM) bestenfalls noch eine geeignete Fläche anbieten. Mit diesem Vergleich skizzierte WFM-Geschäftsführer Dr. Thomas Robbers am Mittwoch bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2019 das Hauptproblem der städtischen Wirtschaftsförderung: Es mangelt in der Stadt nämlich nicht nur an Wohnraum, sondern eben längst auch an Gewerbeimmobilien.

„Wir haben eine starke Nachfrage, aber auf der Angebotsseite tun wir uns zunehmend schwer“, so das Fazit des städtischen Wirtschaftsförderers. „Auch 2019 hätten bei höherer Verfügbarkeit mehr Objekte vermarktet werden können.“ Ungeachtet dessen zeigte sich der WFM-Chef mit dem abgelaufenen Jahr durchaus zufrieden: So seien mithilfe der Wirtschaftsförderung 2019 insgesamt mehr als 1400 Arbeitsplätze in Münster entweder gesichert (1016) oder neu geschaffen (417) worden. Mehr als ein Viertel dieser Arbeitsplätze hatten demnach Bezug zum Technologiebereich. Und bei den 15 neuangesiedelten Unternehmen stammten über die Hälfte der dazugehörigen 85 Arbeitsplätze aus diesem Bereich – „ungewöhnlich“ nannte Robbers dieses aus seiner Sicht gleichwohl erfreuliche Faktum.

Bei den noch zur Verfügung stehenden Gewerbeflächen richtet sich der Blick auf den Hansa-Business-Park in Amelsbüren, das Gewerbegebiet Östliche Münsterstraße in Wolbeck und den Hessenweg im Norden. Die Loddenheide meldet dagegen inzwischen ausverkauft. Deshalb appellierte Robbers, schnell weitere Flächen zu entwickeln. In Münsters Westen etwa steht die Wirtschaftsförderung blank dar.

Hoffnung ist zeitnah verknüpft mit einer Erweiterung des Gewerbegebiets Hessenweg um rund zehn Hektar voraussichtlich 2021 sowie dem Gewerbegebiet Heumannsweg bestenfalls Ende des Jahres. Weitere Entwicklungsareale befinden sich an der Steinfurter Straße nördlich der Austermannstraße, nahe dem Bahnhaltepunkt Roxel sowie am Stadthafen 2 zwischen Jovel und Hafengelände. Auch eine Erweiterung in Amelsbüren ist perspektivisch ins Auge gefasst.

WFM-Aufsichtsratschef Mathias Kersting warb dafür, die im politischen Konsens gefundenen Flächen jetzt auch gemeinsam zu entwickeln. Es brauche ausreichend Platz für Unternehmen wie für Wohnraum.

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