Grüne ernennen Peter Todeskino als Kandidaten für die OB-Wahl
Klare Kante für grüne Politik

Münster -

Die Entscheidung ist gefallen: Münster Grüne haben Peter Todeskino zu ihrem Kandidaten für die OB-Wahl ernannt. Der Geschäftsführer des städtischen Parkhausbetreibers WBI zeigte sich bei der Mitgliederversammlung der Partei kämpferisch.

Sonntag, 02.02.2020, 15:38 Uhr aktualisiert: 03.02.2020, 11:03 Uhr
Peter Todeskino (r.) wurde bei der Mitgliederversammlung der Grünen zum Kandidaten für die OB-Wahl gewählt. Mit ihm freuten sich Bundestagsabgeordnete Maria Klein-Schmeink (l.) und Ratsmitglied Jörn Möltgen (2.v.r.).
Peter Todeskino (r.) wurde bei der Mitgliederversammlung der Grünen zum Kandidaten für die OB-Wahl gewählt. Mit ihm freuten sich Bundestagsabgeordnete Maria Klein-Schmeink (l.) und Ratsmitglied Jörn Möltgen (2.v.r.). Foto: Matthias Ahlke

Freitagabend, gegen 20.35 Uhr: Was die über 100 Anwesenden schon geahnt haben, wurde in dieser Minute Wahrheit. Peter Todeskino, Geschäftsführer des städtischen Parkhausbetreibers WBI, wurde mit etwa 83 Prozent zum grünen Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters in Münster gewählt. Von insgesamt 140 abgegebenen Stimmen fielen 117 auf den 61-Jährigen. Es gab 16 Gegenstimmen und sieben Enthaltungen.

Die Grünen haben sich entschieden, gehen mit dem selbst ernannten „Neuling in Münsters Politik“ in den Wahlkampf. Voraussichtlich wird Todeskino, einst Spitzenbeamter und Bürgermeister in Kiel, am 13. September gegen Amtsinhaber Markus Lewe (CDU), dessen Nominierung Ende des Monats ansteht, und Dr. Michael Jung (SPD) antreten.

Nahbar, motiviert, kampfbereit

Todeskino ist ein Kandidat mit vielen Gesichtern. Am Freitag zeigte er sich bei der Mitgliederversammlung der Grünen im Bennohaus nahbar („Wenn ich ein Tier wäre, wäre ich eine Eule“), äußerst motiviert („Wir werden das Münsterland grün anstreichen“) und kampfbereit („Händeschütteln wie Herr Lewe. Das kann ich auch.“).

15 Minuten – so viel Zeit wurde dem Neuling für seine Vorstellung gegeben. So ganz hielt er diese Grenze nicht ein. Todeskino hatte viel zu sagen: autofreie Innenstadt, Sperrung des Bahnhofsbereiches für den Individualverkehr, eine neue Baumschutzsatzung und die münsterische Verwaltung auf- sowie die Bürokratie abbauen – die Liste der Ziele ist noch länger. „Wir wollen eine frische Brise in die Stadt bringen“, so Todeskino. Und fügte siegessicher hinzu: „900 Parteimitglieder in Münster, sehr gute Ergebnisse bei der Europawahl und 20 Prozent im Stadtrat – das kann nur Mut machen.“ Die Premiere einer schwarz-grünen Koalition in Münster habe seine Partei „gut gemeistert“: „Die Stadt ist grüner geworden.“

Sich auf Erfolge vergangener Tage auszuruhen, gehe natürlich nicht: „Wir müssen noch sehr viel umsetzen.“ Wie das gehe, das würde Wolfgang Pieper, Bürgermeister der Stadt Telgte, vormachen. Pieper, seit 2010 im Amt, gratulierte seinem Parteikollegen und sprach den Parteimitgliedern Mut zu: „Grüne Politik zu gestalten – das macht einfach richtig Lust.“

Ich bin kein Fan der schwarzen Null – der Haushalt ist für Investitionen in ein soziales und ökologisches Münster belastbar.

Peter Todeskino

Trotz städtischer Schulden geht Todeskino voran: „Ich bin kein Fan der schwarzen Null – der Haushalt ist für Investitionen in ein soziales und ökologisches Münster belastbar.“ Dem Prinzip der klaren Kante folgt er an diesem Abend: „Mit Rassisten und Antisemiten werde ich mich niemals an einen Tisch setzen“, kritisiert das Auftreten der AfD im Stadtrat und appelliert für „schnelleres Handeln in der Verwaltung.“

Insgesamt gut 15 Minuten, die scheinbar überzeugt haben. Ohne Gegenkandidat war Todeskino in den Abend gegangen. Nun ist er der Mann, auf dem die Hoffnungen der Grünen liegen.

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