Zukunft der Organspende
Grünen-MdB und münsterische Musiker sind uneins

Münster -

Zwei Meinungen, ein Ziel: Die grüne Bundestagsabgeordnete Maria Klein-Schmeink und der Münsteraner Musiker Dieter Kemmerling sehen die Entscheidung des Bundestages über die Zukunft der Organspenden komplett gegensätzlich. In der Diskussion mit Mitgliedern der Grünen Münster eint sie jedoch das grundlegende Problem des Themas.

Dienstag, 04.02.2020, 08:00 Uhr
In der „großen Sache“ einig
In der „großen Sache“ einig Foto: Timo Gemmeke

„Politisch uneinig, in der Sache aber vereint“: So kommentiert Dieter Kemmerling, Musiker und Mitbegründer der münsterischen Initiative „No panic for Organic“, sein Treffen mit der heimischen Grünen-Bundestagsabgeordneten Maria Klein-Schmeink. Sie ist gegen die umstrittene Einspruchslösung bei Organspenden – Kemmerling seit Jahren und mit persönlicher Motivation dafür.

Vor knapp zwei Wochen wurde die von der Koalition eingebrachte Widerspruchslösung im Bundestag gekippt; ein Vorschlag von Grünen-Vorsitzender Annalena Baerbock und Katja Knipping (Die Linke) für mehr präventive Arbeit von Hausärzten sowie ein neues Organspenderegister fand eine deutliche Mehrheit.

Für letzteres – und damit gegen die Einspruchslösung – setzt sich seit Beginn ihrer Amtszeit im Bundestag auch die Grünen-Abgeordnete und gesundheitspolitische Sprecherin Maria Klein-Schmeink ein. „Seit unserem ersten Antrag an die Regierung 2012 hat sich viel getan. Damals war durch mehrere Skandale in Bezug auf Organtransplantationen viel Vertrauen kaputt gegangen“. Dieses Vertrauen, so Klein-Schmeink, komme seitens der Bevölkerung nun langsam zurück. Die Entscheidung gegen die Widerspruchslösung sieht sie damit als richtig an: „Eine Spende ist freiwillig, und das muss sie auch bleiben.“

Enttäuschung über abgelehnten Gesetzentwurf

Seine Enttäuschung über den abgelehnten Gesetzentwurf gibt Dieter Kemmerling auch knapp zwei Wochen nach der Entscheidung im Bundestag zu. „Ich bin mit der Entscheidung nicht zufrieden. Es ist eine Zementierung des vorherigen Zustands.“ Als Mitbegründer der Initiative „No panic for Organic“ und selbst betroffener Transplantierter setze er somit weiter auf die Sensibilisierung der Gesellschaft für das Thema Organspende. Kemmerlings Forderung – auch im Sinne seiner Initiative – ist simpel: „Es gibt ein Recht, ein Organ zu erhalten, aber keine Pflicht, eines zu geben. Das muss sich ändern.“

Dass am Montag dennoch beide für die gemeinsame Diskussion mit Mitgliedern der Grünen Münster offen waren, bekräftige ihr Anliegen noch mehr: „Wir sind keine Gegner, sondern haben das gleiche Ziel: mehr Leben zu retten.“

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