30 und 37 Jahre alte Niederländer verurteilt
Dealer müssen ins Gefängnis

Münster -

Können die in einer fremden Wohnung sichergestellten Drogen mit den Angeklagten in Verbindung gebracht werden? Am Ende eines langwierigen und zähen Verhandlungsverlaufs bejahte die 11. Strafkammer des Landgerichts Münster diese Frage insbesondere aufgrund von DNA-Spuren und verhängte hohe Freiheitsstrafen.

Dienstag, 04.02.2020, 18:30 Uhr aktualisiert: 05.02.2020, 11:14 Uhr
30 und 37 Jahre alte Niederländer verurteilt: Dealer müssen ins Gefängnis

Nach fünfmonatiger Prozessdauer sind zwei 30 und 37 Jahre alte Niederländer wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln zu Freiheitsstrafen von jeweils fünf Jahren und neun Monaten verurteilt worden.

Im April 2019 hatten Polizeibeamte eine münsterische Wohnung aufgrund des Verdachts durchsucht, dass die dort lebende Zielperson einer terroristischen Organisation angehört. Sie wurde während des Einsatzes nicht angetroffen. Stattdessen hielten sich die beiden Angeklagten in der Wohnung auf, in der erhebliche Mengen von Kokain und Heroin sichergestellt wurden.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft rügte in seinem Schlussvortrag die Verteidigungsstrategie der Niederländer, die durch immer wieder neu eingebrachte Beweisanträge das Verfahren unnötig in die Länge gezogen hätten.

Dass die Angeklagten die ihnen vorgeworfenen Taten begangen hatten, machte der Staatsanwalt an vier Ermittlungsergebnissen fest. So wurden DNA-Spuren der beiden Männer auf den Verpackungen der Betäubungsmittel sichergestellt. Fest stand auch, dass sich diese seit Ende des Jahres 2018 in Münster aufhielten, ohne diesbezüglich einen plausiblen Grund anzuführen. Zudem hatten im Prozess vernommene Zeugen deren Drogenhandel in Münster bestätigt.

Die Verteidigung wertete das Ermittlungsergebnis jedoch als unzureichend und warf den Strafverfolgungsbehörden vor, dass die Verbindung ihrer Mandanten zu dem Drogenfund auf einer brüchigen und nicht zweifelsfreien Konstruktion beruhe. Wegen einer fehlerhaften Wahllichtbildvorlage sei es zu einer Falschaussage einer Zeugin im polizeilichen Ermittlungsverfahren gekommen.

Während die Verteidiger insofern auf Freispruch plädierten, forderte die Staatsanwaltschaft wegen der Einordnung von Kokain und Heroin als schwere Drogen sogar eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Die Kammer schloss sich in der Sache den Feststellungen der Staatsanwaltschaft an und betonte ausdrücklich, von den vier maßgeblichen Ermittlungsergebnissen überzeugt zu sein.

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