Präsentation im LWL-Naturkundemuseum
Neues Raubsaurier-Modell: „Monster von Minden“ als 3D-Druck

Münster -

Im LWL-Naturkundemuseum kann ab sofort ein weiteres Sauriermodell bewundert werden. Fachleute haben aus wenigen Knochenresten einen 3-D-Druck angefertigt. Das Tier, das vor 165 Millionen Jahren in der Gegend von Minden lebte, war der größte Raubsaurier seiner Zeit in Mitteleuropa.

Mittwoch, 05.02.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 15:50 Uhr
Enthüllten am Mittwoch das Modell eines Raubsauriers, dessen Überreste in Minden entdeckt wurden (v.l.): Dr. Achim Schwermann (Dino-Experte des LWL), Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger (LWL-Kulturdezernentin) und Dr. Ole Kriegs (Leiter des LWL-Naturkundemuseums in Münster).
Enthüllten am Mittwoch das Modell eines Raubsauriers, dessen Überreste in Minden entdeckt wurden (v.l.): Dr. Achim Schwermann (Dino-Experte des LWL), Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger (LWL-Kulturdezernentin) und Dr. Ole Kriegs (Leiter des LWL-Naturkundemuseums in Münster). Foto: Matthias Ahlke

Dino-Experten bezeichnen ihn als „Monster von Minden“: Der Raubsaurier, dessen versteinerte Überreste vor 22 Jahren in einem Steinbruch im Wiehengebirge entdeckt wurden, war acht Meter lang, zwei Meter groß, zwei Tonnen schwer – und hatte Zähne so groß wie Smartphones. Ab sofort ist er im Naturkundemuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zu bewundern – als lebensgroßes Modell.

Der Saurier lebte vor 165 Millionen Jahren und war damals der größte Raubsaurier Mitteleuropas. Im heutigen Westfalen herrschte tropisches Klima, die Region war von Wasser bedeckt – es gab allerdings Inseln, und auf denen lebte der „Wiehen­ator albati“ (so sein wissenschaftlicher Name). Weltweit ist bislang nur ein einziges Exemplar dieser Gattung freigelegt worden – was einem Zufall zu verdanken ist. Aus jener Zeit blieben hierzulande nur Meeresablagerungen erhalten, der tote Saurier muss also als Landbewohner ins Wasser gerutscht sein. „Ein Glücksfall“, schwärmt Dino-Experte Dr. Achim Schwermann.

Rekonstruktion per 3D-Druck

In einer Museumsvitrine werden die Original-Knochen präsentiert: ein paar Zähne, Wirbel, Rippen sowie Teile des Unterschenkels und des Schädels von „Wiehenator albati“. Gemessen an der Größe des Fleischfressers ist das nicht mehr als ein kleiner Knochenhaufen. Doch der reichte aus, um ein komplettes Tier zu rekonstruieren.

Die fossilen Überreste wurden vermessen, aus den Daten druckten Fachleute ein 3D-Modell. Für die Fehlstellen wurde die Erscheinungsform naher Verwandter der Riesenechse als Vorlage genommen. Insgesamt acht Wochen arbeitete ein niedersächsisches Unternehmen an dem lebensechten Modell. Schließlich rekonstruierten Modellbauer das äußere Erscheinungsbild.

Neues Raubsaurier-Modell im LWL-Naturkundemuseum

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  • Noch ist das „Monster von Minden“ verhüllt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger und Dr. Jan Ole Kriegs enthüllen den neusten Dino-Zuwachs in der Dauerausstellung.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger (Mitte), Dr. Jan Ole Kriegs (rechts) und Dr. Achim H. Schwermann (links) nehmen schon einmal schüchternen Erstkontakt zu der Urzeitechse auf.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der größte Raubsaurier Deutschlands ist ab sofort als lebensechte Rekonstruktion zu sehen.

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  • Das acht Meter lange Modell wurde mit einem 3D-Drucker angefertigt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der Wiehenvenator albati befindet sich am Anfang der Dinosaurierausstellung, soll aber zu einem späteren Zeitpunkt auf den Museumsvorplatz ziehen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Neue Fans hat das „Monster“ auf jeden Fall schon gewonnen.

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Dino-Fund im Mindener Raum

„Westfalen ist Dino-Land“, betont LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Nirgendwo in Mitteleuropa seien in den vergangenen Jahrzehnten so viele Saurier-Knochen gefunden worden. Bereits an diesem Donnerstag werde der nächste bedeutende Dino-Fund im Mindener Raum von Wissenschaftlern des LWL geborgen: der Fußabdruck eines Sauriers, der etwas kleiner als der 1998 freigelegte Raubsaurier war. Für Rüschoff-Parzinger sind die westfälischen Saurier-Funde „nationale Kulturgüter“, für den Direktor des LWL-Museums für Naturkunde, Dr. Ole Kriegs, sind sie in Verbindung mit dem jetzt präsentierten Modell „ein Kulturschatz für jedermann“.

Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster

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  • Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster zeigt unter anderem die Dauerausttellung "Vom Kommen und Gehen - Westfälische Artenvielfalt im Wandel".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Entree in die Ausstellung "Vom Kommen und Gehen - Westfälische Artenvielfalt im Wandel". Allen voran geht hier der Wasserbüffel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Modell eines Allosaurus

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Täuschend echt: ein Neandertaler.

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  • Deinonychus antirrhopus

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  • Bär

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  • Eisvogel

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  • Biber

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  • Ein etwa zweijähriger Wolf, der am 3. April 2017 nahe Petershagen angefahren wurde.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Museumsmalerin Beatrix Clement malt die erstellt die Dioramen, die im LWL-Naturkundemuseum in Münster die Ausstellungen zieren.

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  • Das Museum befindet sich neben dem Allwetterzoo

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  • Das Entree in die Ausstellung "Vom Kommen und Gehen - Westfälische Artenvielfalt im Wandel". Allen voran geht hier der Wasserbüffel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Wolf

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  • Elch, lebte einst ebenfalls in Westfalen

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  • Das Entree in die Ausstellung "Vom Kommen und Gehen - Westfälische Artenvielfalt im Wandel". Allen voran geht hier der Wasserbüffel.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Wollhaariges Mammut

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  • Ein Wolf

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der seinerzeit letzte Wolf - geschossen am 19. Januar 1835 bei Ascheberg-Herbern.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein etwa zweijähriger Wolf, der am 3. April 2017 nahe Petershagen angefahren wurde.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein großer Bereich widmet sich Dinosauriern

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  • Allosaurus fragilis

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Deinonychus antirrhopus

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  • Tyrannosaurus rex

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  • Skelett eines etwa 20-jährigen Pottwal-Männchens

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  • Protorosaurus speneri

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ambulocetus

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Longisquama insignis

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Modell eines Allosaurus

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Modell eines Allosaurus

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Anchirnis huxleyi

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  • Schneehase und Polarfuchs

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  • Fennek

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  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Museumsmalerin Beatrix Clement malt die erstellt die Dioramen, die im LWL-Naturkundemuseum in Münster die Ausstellungen zieren.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier

Das Raubsaurier-Modell wird ab sofort in der Schausammlung des Naturkundemuseums präsentiert. Nach Abschluss des Umbaus des Hauses, voraussichtlich 2024 oder 2025, soll es zusammen mit weiteren Modellen im Freien aufgestellt werden, berichtet Kriegs – in einem neuen „Erlebnisbereich“. Der Baubeschluss für die Sanierung des Planetariums soll laut Rüschoff-Parzinger in der nächsten Sitzung des LWL-Kulturausschusses gefasst werden, der Baubeschluss für den Umbau des Museums in einem Jahr.

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