Long Distance Calling nominiert für Deutschen Musikautorenpreis
Macht der Instrumente

Münster -

Für ihre Musik benutzen sie nur ihre Instrumente. Das Fehlen einer Stimme machen sie mit ganz außergewöhnlicher Arrangements wett – dafür könnte die Band Long Distance Calling aus Münster nun ausgezeichnet werden.

Mittwoch, 05.02.2020, 18:30 Uhr aktualisiert: 05.02.2020, 19:01 Uhr
Mit ihren vielschichtigen und fein arrangierten Rock-Epen ist das Instrumentalrockquartett Long Distance Calling aus Münster für den renommierten Deutschen Musikautorenpreis der GEMA nominiert. Die Entscheidung fällt am 12. März in Berlin.
Mit ihren vielschichtigen und fein arrangierten Rock-Epen ist das Instrumentalrockquartett Long Distance Calling aus Münster für den renommierten Deutschen Musikautorenpreis der GEMA nominiert. Die Entscheidung fällt am 12. März in Berlin. Foto: Vincent Grundke

Kein einziges Wort fällt während der Songs von Long Distance Calling. Allein mit ihren Instrumenten sorgt die 2006 gegründete Post-Rock-Band aus Münster für epische Breitwandmusik mit facettenreichen Soli, die manchem Kinofilm gut zu Gesicht stehen würde. Long Distance Calling (LDC) begeistern nicht nur ihre Fans in mittlerweile 25 Ländern, sondern auch die Fachwelt. Nach erstklassigen Kritiken für ihr aktuelles, programmatisches Album „Stummfilm“, wurde die Band jetzt für den Deutschen Musikautorenpreis 2020 der Gema nominiert.

Die Freude bei Florian Füntmann, David Jordan, Janosch Rathmer und Jan Hoffmann ist groß. „Gerade weil wir auch sehr viel Herzblut und Arbeit in unsere Musik stecken“, sagt Bassist Hoffmann. „Wir kennen keine Schubladen und haben hohe Ansprüche, auch was den Klang betrifft.“ Intensive Jam-Sessions in ihrem Proberaum an der Salzmannstraße gehören zu ihrem Alltag.

Gema würdigt Autoren, Komponisten und Textdichter

„Die Instrumente helfen uns, auch ohne Stimme eine Dramaturgie zu erschaffen, wie man sie aus den Stummfilmen vergangener Tage kennt, transportiert ins Hier und Jetzt“, ergänzt Schlagzeuger Janosch Rathmer. „Wir haben noch große Ziele, und mit Instrumentalmusik können wir uns ausleben – ganz ohne Limit.“ Feingliedrig lässt LDC nur die pure Musik sprechen, indem ihre Instrumente abwechselnd melodische Funktionen übernehmen und ein größeres, weil vielschichtiges Kopfkino auslösen, als Wörter es können, da diese ja mit Bedeutungen behaftet sind.

Seit zwölf Jahren würdigt die Gema Autoren, Komponisten und Textdichter für ihr musikalisches Schaffen. Die Akademie Deutscher Musikautoren lobt „LDC“ für ihre „Vision, einen innovativen und audiovisuellen Soundtrack zu schaffen, welcher in der deutschen Musiklandschaft einzigartig ist“. In der Jury des Deutschen Musikautorenpreises sitzen unter anderem Benjamin Buss (Powerwolf), Singer-Songwriterin Anna Depenbusch, Rapperin Lady Bitch Ray und Sven Regner (Element of Crime).

Ausführliche Tour geplant

In der Kategorie „Metal“ müssen sich Long Distance Calling aus Münster gegenüber der Band Heaven Shall Burn aus Thüringen und dem Sänger Miland Petrozza der Trash-Metal-Legende Kreator behaupten. Am 12. März wird sich also bei der Gema-Preisverleihung in Berlin zeigen, ob der energiegeladene Instrumental-Rock aus Münster stärker ist, als die Wucht von gleich zwei Hardrock-Sängern.

Die Jungs von Long Distance Calling nutzen die Wartezeit: „Wir schreiben gerade an den neuen Songs für das kommende Album, das im Sommer erscheinen soll.“ Zuviel will Jan Hoffmann nicht verraten: „Es geht um das Zusammenleben von Mensch und Maschine in unserem Alltag.“ Eine ausführliche Tour wird sich anschließen. Münster steht zwar (noch) nicht auf dem Kalender, aber es gibt mit Bochum und Köln zwei Veranstaltungsorte in der Nähe.

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